KULTURGUT AUS LIECHTENSTEIN - ABGEWANDERT ODER VERLOREN / NORBERT W. HASLER Abb. 9: Detail aus dem Antependium von Schaan, um 1440/50. Sammlung des Historischen Museums in Basel. nen von je zwei sich jeweils paarweise zugewand- ten Dominikanerheiligen begleitet.14 Aus der Kapelle Maria zum Trost in Dux wurde noch vor 1910 ein weiterer Bildteppich an einen namentlich nicht genannten Liebhaber verkauft. Der heutige Verbleib ist daher unbekannt. Nach Aussage von Erwin Poeschel soll dieser Bildteppich zwar etwas kleiner, aber schöner und prachtvoller gewesen sein als das Schaaner Antependium.15 Neben zahlreichen spätgotischen Plastiken etwa aus den Pfarrkirchen von Ruggell (Abb. 10-13) oder Balzers, von denen heute einige im Schweizeri- schen Landesmuseum in Zürich zu finden sind, möchte ich abschliessend noch zwei Altarwerke anführen, deren Abgang ganz besonders ins Ge- wicht fällt. Im Vorarlberger Volksblatt Nr. 86 und 87 aus dem Jahre 1893 findet sich eine Anzeige, in der drei gut erhaltene Altäre im Renaissance-Styl zum Verkauf angeboten werden. (Abb. 14) Bei einem dieser Altäre (Abb. 15) handelt es sich um das Meisterwerk des Feldkircher Bildschnitzers Erasmus Kern, das durch einen Werkvertrag von 1650 mit der Gemeinde Eschen als Arbeit des Bild- hauers Erasmus Kern, des Malers Christoff Bade- mer und des Tischmachers Bernhart Ganahl ge- sichert ist.16 (Abb. 17) 
Das ursprüngliche Altarbild (Abb. 16), eine Marien- krönung, stammt vermutlich vom Feldkircher Ma- ler Dietrich Meuss17. Es befand sich lange Zeit im Kreis-Heimatmuseum Heinsberg im Rheinland.18 Wer den Kern-Altar aus Eschen vorerst erwarb und wo er zwischen 1893 und 1908 verwahrt wurde, ist unbekannt. Im Jahre 1908 scheint die- ser Altar im Zugangsverzeichnis des Suermondt- 13) Hasler, Norbert W.: Der Schaaner Palmesel. Beitrag zur Kultur- geschichte eines Palmsonntag-Brauches. In: Bergheimat. Jahres- schrift des Liechtensteiner Alpenvereins. Festgabe für Alexander Frick. Schaan, 1985, S. 197-207. 14) Hasler, Norbert W.: Das Schaaner Antependium. Ein Bildteppich von 1440/50. In: 1342 - Zeugen des späten Mittelalters. Festschrift 650 Jahre Grafschaft Vaduz, Vaduz, 1992, S. 269-275. 15) Akten im Nachlass Erwin Poeschel, Archiv des Liechtensteini- schen Landesmuseums. 16) Winands, Petra: Der Grotenrather Altar als Zeugnis barocker Altarbaukunst. Zugleich ein Beitrag zur Wanderung sakraler Kunst- gegenstände. In: JBL 84 (1984). S. 7-80. 17) Somweber, Erich: Wer war der Maler des Bildes am Kern-Altar in Grotenrath? In: JBL (86) 1986, S. 355-364, und JBL (87) 1987. S. 309. 18) Freundliche Mitteilung des Konservators Stud. Rat A. Lenz vom Kreis-Heimatmuseum Heinsberg an den Autor vom 1. Novem- ber 1972. 413
        

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