HISTORISCHER VEREIN FÜR DAS FÜRSTENTUM LIECHTENSTEIN 1993 Die Archäologie hat als beratendes Mitglied Einsitz in der Denkmalschutz-Kommission der Fürstlichen Regierung und arbeitete bei verschiedenen Projek- ten aktiv mit. So wurden z.B. die Fassadensanie- rungen bei der Mühle Balzers und auf Burg Guten- berg beratend begleitet sowie der Erhalt verschie- dener Bauernhäuser beantragt und historische Bauten vor und bei deren Abbruch fotografisch do- kumentiert. Vertreten durch Hansjörg Frommelt war die Archäologie ebenfalls Mitglied der «Trans- lozierungskommission Haus Biedermann», wobei die Arbeiten zur Versetzung des Holzhauses bera- tend betreut und dokumentiert wurden. RESTAURIERUNGSATELIER Am 1. Oktober 1993 konnten wir Barbara Bühler aus Eschen, die zuvor ihre Lehre als archäologi- sche Restauratorin in Avenches abgeschlossen hat- te, als neue Mitarbeiterin begrüssen. Schwerpunkte der Restaurierungsarbeiten lagen im Berichtsjahr bei der Metallkonservierung. Es handelte sich dabei vor allem um Eisen- und Bron- zefunde aus Altgrabungen, die beim Wasserscha- den 1985 in Mitleidenschaft gezogen worden wa- ren; zusätzlich wurden mehrere hundert Münzen aus dem Fundmünzeninventar einer Erstkonser- vierung unterzogen. Neufunde von der Notgrabung Vaduz «Florinsgas- se» wurden laufend gereinigt, freigelegt, konser- viert und für die wissenschaftliche Auswertung und Inventarisierung vorbereitet. ARCHÄOLOGISCHES RÜRO Wie in den Vorjahren war es eine der Hauptaufga- ben der Archäologie, Funde und Dokumentation von Altgrabungen nach wissenschaftlichen Ge- sichtspunkten zu inventarisieren und für eine Aus- wertung vorzubereiten. Zur Informationssicherung müssen die Funde dabei neben einem beschreiben- den Datenprotokoll auch zeichnerisch und fotogra- fisch erfasst werden. 
Die Skelettfunde von ca. 500 Individuen, die in den 80er Jahren bei den früh- und hochmittelalter- lichen Gräberfeldern «Runder Büchel» und «Gu- tenberg» in Balzers ausgegraben und in der Zwi- schenzeit anthropologisch ausgewertet worden wa- ren, konnten im Berichtsjahr in einem speziell her- gerichteten Raum in der Pfarrkirche von Balzers untergebracht werden. Dies geschah einerseits aus Platzgründen, andererseits, um die Gebeine in die Nähe ihres ursprünglichen Bestattungsortes zu bringen. Ein Massengrab kam nicht in Frage, weil die Funde aus wissenschaftlichen Gründen auch in der weiteren Zukunft zugänglich sein sollten. Zur Auswertung und Einordnung der Grabung «Florinsgasse» mussten verschiedene Analysen und Gutachten von auswärts eingeholt werden: Holzkohle- und Knochenproben wurden zur Datie- rung an das 14C-Labor der Universität Zürich ge- schickt. Die Ergebnisse stehen noch aus. Von der römischen Gemme ist am geochemischen Labora- torium Mpl an der Universität Basel eine Oberflä- chenanalyse vorgenommen worden; die Gemme ist aus türkisfarbener Glaspaste hergestellt worden. Die Fundmünzen wurden dem Numismatiker Be- nedikt Zäch vom Münzkabinett Winterthur vorge- legt. Die Kunstagenda 1994 ist dem Liechtensteinischen Landesmuseum gewidmet. Da auch archäologische Fundgegenstände zur Abbildung kamen, war Eva Pepic in die Konzepterarbeitung und Textgestal- tung miteinbezogen. Die dargestellten Funde wur- den von ihr ausgewählt und für die fotografische bzw. zeichnerische Abbildung vorbereitet. Im Berichtsjahr konnte im Mehrzweckgebäude in Triesen unter Mitarbeit der Archäologie ein Foto- atelier mit angegliederten Dunkelkammern einge- richtet werden, das nun dem Landesmuseum und der Archäologie zur Verfügung steht. Dadurch sind wir jetzt in der Lage unser Fotomaterial selbst zu entwickeln und zu kopieren. Die Handbibliothek der Archäologie ist auf einen Bestand von ca. 1300 Monographien und ca. 900 Zeitschriftenbänden angewachsen. Eine Katalogi- sierung der Fachliteratur war deshalb unumgäng- lich. Mit Hilfe eines Literaturerfassungsprogram- 363
        

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