Vor dem Hintergrund der weltweiten Entwicklung des Staatswesens im Laufe der Jahrhunderte set- zen sich die Autoren nun mit ihrem eigenen Hei- matland, dem Fürstentum Liechtenstein, ausführ- lich auseinander. Nach einem Überblick über die Geschichte Churrätiens, also einer frühen Vorge- schichte des nachmaligen Liechtensteins, wird auf die Geschichte der Grafschaft Vaduz und der Herr- schaft Schellenberg eingegangen. Daraufhin wird die politische Entwicklung des eigentlichen Für- stentums Liechtensteins im 18. und 19. Jahrhun- dert dargestellt. Die verschiedenen Verfassungen des Fürstentums, aus den Jahren 1818, 1862 sowie 1921, werden dann besonders analysiert. Betont wird der Dualismus in der liechtensteinischen Ver- fassung, die Zweiteilung der Gewalten zwischen Fürst und Volk: «Gleichwertig stehen Monarchie und Demokratie nebeneinander und nehmen im Rahmen der Verfassung ihre Aufgaben und Rechte wahr» (S. 83). Angesichts der Staatskrisen im Für- stentum, die 1992 und 1993 stattfanden, wirken diese Details im neuen Unterrichtswerk besonders aktuell. Nach einer Vorstellung der Wappen und Farben des Landes und des Fürstenhauses sowie einer Erläuterung der Landeshymne werden die einzelnen Regierenden Fürsten, von Johann Adam Andreas (Hans Adam) I. bis Hans-Adam IL, porträ- tiert. 
Im weiteren werden die Rolle des Landesfürsten, die Aufgaben des Staates sowie die Rechte und Pflichten der Staatsangehörigen besprochen. An- schliessend beschäftigen sich die Autoren mit den staatlichen Einrichtungen Landtag (Geschichte und gegenwärtige Tätigkeit), Landesausschuss sowie Regierung. Die besondere Rolle des Regierungs- chefs wird hervorgehoben, und die alltäglichen Verordnungen der Regierung werden mit dem Not- recht des Landesfürsten kontrastiert. Die Ressorts der Regierungsmitglieder sowie die verschiedenen Ämter der Regierung werden aufgeführt, und die Mittelstellung der Regierung zwischen Fürst und Landtag wird anschaulich gemacht. Unter dem Titel «Rechtspflege» werden deren Grundbegriffe erörtert und die ordentlichen liechtensteinischen Gerichte, vom Landgericht bis zum Obersten Ge- richtshof, werden graphisch dargestellt; daneben wird die ausserordentliche Rolle des Staatsge- richtshofs als Verfassungsgericht des Landes er- wähnt. Der letzte Hauptabschnitt in diesem Teil des Buches behandelt die Wahlsysteme und Parteien. Die Majorz- und Proporzsysteme werden miteinan- der verglichen, und man findet eine eingehende Darstellung der politischen Parteien in Liechten- stein, in Vergangenheit und Gegenwart. Im An- schluss kommen verschiedene Bereiche wie das Wahlverfahren, die Mandatsverteilung sowie die Von links nach rechts: Norbert Bürzle, Georg Burgmeier, Cornelia Eber- le, Luzius Malin, Edmund Banzer und der Karika- turist Nico anlässlich der Buchpräsentation.
        

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