AMERIKANISCHE MUSIKER ALS STUDENTEN BEI RHEINBERGER / E. DOUGLAS BOMBERGER nau den Angaben im Jahresbericht, da zu den dort genannten Fächern auch noch die Instrumenta- tionslehre hinzukam. Diese Unterrichtsstunden be- gannen gemäss Inspektionsbuch (Seite 107) am 28. November 1882 und dauerten bis zum Ende des Jahres. Ab dem 30. Januar 1883 ging es dar- um, eine Klaviersonate von Mozart für Streichquar- tett zu bearbeiten. Rheinberger notierte in diesem Tagebuch nur gelegentlich, welches Instrument am jeweiligen Tag diskutiert wurde; da er für den Un- terricht kein Lehrbuch benutzte, jedoch seine Schüler dazu anhielt, seine Ausführungen mitzu- schreiben, geben einzig die erhaltenen Aufzeich- nungen aus seinen Unterrichtsstunden detaillierte Auskunft über Methode und Stoff. So ergeben die veröffentlichten Aufzeichnungen Engelbert Hum- perdincks aus den Jahren 1877 bis 187914 ein eigentliches Lehrbuch des Kontrapunkts und der Komposition nach der Methode Rheinbergers. Da dieser gemäss Auskunft der Inspektionsbücher seine Art zu unterrichten kaum änderte, ist sicher, dass auch die später eingetretenen amerikanischen Studenten den gleichen Unterricht wie Humper- dinck genossen. Rheinbergers Vorgehen war fol- gendermassen: 9) Josef Gabriel Rheinberger - Briefe und Dokumente seines Lebens. Herausgegeben von Harald Wanger und Hans-Josef Innen (9. Bände. Vaduz 19S2 - 1987). Band V, S. 162-163. 10) William K. Kearns «Horatio Parker 1863-1919: Iiis Life, Music. and Idea (Metuchen: Scarecrow 1990). Diese Arbeit, erwies sich von unschätzbarem Wert bei den Vorbereitungen zu diesem Aufsatz. - Greene «The Life and Music of Henry Holden Huss» (Ph.D. Disserta- tion, 1987; Ann Arbor, Mich.: University Microfilms, 87-25,393). 11) Parker erwähnt Whitings Anwesenheit in einem Brief, zitiert in: Isabella Parker Semler «Horatio Parker - A Memoir for bis Grand- children compiled from Letters and Papers» (New York: G.P Put- nam's Sons, 1942), S. 53; leider gibt es keinen Hinweis darauf, wieso er bis zum folgenden Jahr nicht in Rheinbergers Klasse eingetreten ist. 12) Laut Jahresbericht der Königlichen Musikschule von 1884/85 gab es in Rheinbergers Kontrapunkt- und Kompositionsklassen 31 Studenten, von denen 9 aus Amerika kamen. 13) Jahresbericht 1882/83, S. 24. 14) Vgl. «Engelbert Humperdinck als Kompositionsschüler Josef Rheinbergers» herausgegeben von Hans-Josef Innen (Köln und Vaduz 1974). I. Teil, S. 44-91. 
Lehrplan im Kontrapunkt-Unterricht für das zweite Jahr von Josef Rheinbergers Kompositionsklasse 1882/83 (Inspektionsbuch 1880-1886, S. 100-124) Doppelter Kontrapunkt der Oktave (16.9.-10.11., 13 Stunden) Fugenlehre, drei- und vierstimmig (26.9. - 14.11., 14 Stunden) Doppelfuge (17.11. - 22.12., 10 Stunden) Tripelfuge, vierstimmig (29.12.- 26.1., 9 Stunden) Quadrupelfuge, fünfstimmig (13.2.-6.4., 11 Stunden) Dreistimmige Fuge (10.4. - 27.4, 6 Stunden) Zweistimmige Fuge (18.5. - 8.6., 5 Stunden) Fughetta, zwei-, drei und vierstimmig (15.6.-22.6., 3 Stunden) Recapitulation (27.6. - 13.7, 5 Stunden) Lehrplan im Kontrapunkt-Unterricht für das dritte Jahr von Josef Rheinbergers Kompositionsklasse 1884/85 (Inspektionsbuch 1880-1886, S. 117-141) Zwei- und dreistimmiger Kanon der Oktave (24.9. - 7.10., 5 Stunden) Kanon der Sekunde (12.10. - 16.10., 2 Stunden) Kanon der Untersekunde (19.10-22.10., 2 Stunden) Kanon der Terz (26.10. - 8.11., 4 Stunden) Kanon der Unterquarte (12.11; - 15.11., 2 Stunden) Kanon der Oberquarte (19.11. - 3.12., 5 Stunden) Kanon der Oberquinte (3.12. - 13.12., 4 Stunden) Doppelkanon (7.1. - 19.2., 13 Stunden) Kanon der Oberquinte zu 4 Stimmen (21.2.-28.2., 3 Stunden) Doppelter Kontrapunkt der Dezime (4.3. - 15.4., 7 Stunden) Doppelter Kontrapunkt der Duodezime (18.4. -1.3.5., 8 Stunden) Sechsstimmiger Vokalsatz (16.5. -3.6., 5 Stunden) Achtstimmiger Doppelchorsatz 
! (6.6.-1.7, 4 Stunden) Recapitulation (11.7.) Tabellen 1 und 2 325
        

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