DENKMALSCHUTZ IN LIECHTENSTEIN AUS DER CHRONIK DER JAHRE 1990 BIS 1993 Unter dem Titel «Denkmalschutz in Liechtenstein. Aus der Chronik des Jahres...» soll in diesem und in den folgenden Jahrbüchern des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein eine Aus- wahl in Liechtenstein erfolgreich durchgeführter Unterschutzstellungen von Denkmälern einerseits sowie zerstörter Denkmäler andererseits in Wort und Bild dokumentiert werden.1 Die Aufstellungen werden jeweils in alphabetischer Reihung erfolgen. Sie sind nach Gemeinden geordnet. Am 28. Februar 1944 wurde auf Initiative des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechten- stein mit der Einführung eines Gesetzes2 erstmals die Basis für den Denkmalschutz im Lande Liech- tenstein geschaffen. Das heute gültige Denkmal- schutzgesetz datiert ins Jahr 19773 und löste jenes aus dem Jahre 1944 ab. Das «Verzeichnis der Un- terschutzstellungen von Denkmälern», das im Auf- trag der Fürstlichen Regierung vom Hochbauamt4 geführt wird, umfasst inzwischen landesweit 144 Objekte1"', grösstenteils Bauten6, aber auch sakrale Gegenstände, Urkunden und Pläne. Obwohl viele bedeutende Objekte seit dem Inkrafttreten des Denkmalschutzgesetzes geschützt werden konnten, befinden sich darunter aber noch längst nicht alle baugeschichtlich besonders wichtigen Bauten, de- ren Erhalt in nationalem Interesse liegen sollte. In Folge massive zunehmender Bautätigkeit, man- gelndem Verständnis für gewachsene Geschichte und rücksichtslosem Umgang mit der Umwelt sind gerade in den letzten Jahren bedeutende Zeugen unserer Vergangenheit - nicht nur einzelne Häuser, sondern auch ganze Ortsteile - unwiederbringlich zerstört worden. Solche Verluste hinterlassen gera- de in einem Kleinstaat wie Liechtenstein besonders tiefe Wunden.7 
Die Denkmalpflege bemüht sich vordringlich - aber leider all zu oft auch vergebens8 - um den Erhalt originaler, über die Jahrhunderte gewachsener Bausubstanz mit all ihren Veränderungen und Zu- taten.9 Sie setzt sich im Interesse historisch wert- voller Objekte für Um- und Zubauten in sinnvollem Masse und in zeitgenössischer, deutlich ablesbarer Architektursprache ein. Neubauten in annähernd alten Formen, aber mit neuen Materialien, können das Original niemals ersetzen. 1) Peter Albertin (Bauforscher, Winterthur), Erich Allgäuer (Gemein- deverwaltung Eschen) und dipl. Arch. ETI! Michael Pattyn (Hoch- bauamt, Vaduz) gaben mir zu verschiedenen Objekten nachfolgender Chronik wertvolle baugeschichtliche Informationen. Ihnen sei gedankt. 2) «Gesetz vom 28. Februar 1944 betreffend den Denkmalschutz». LGB1, Jg. 1944, Nr. 4. 3) «Denkmalschutzgesetz vom 14. Juni 1977». LGB1, Jg. 1977, Nr. 39. 4) Dem Hochbauamt obliegt zur Zeit der Aufgabenbereich der Denkmalschutz-Sachbearbeitung. 5) Stand Dezember 1993. 61 Entsprechend der bäuerlichen Vergangenheit Liechtensteins und der Region befinden sich viele einfache Bauernhäuser darunter. 7) «In einem Kleinstaat wie Liechtenstein ist die Landschaft schnell verbraucht, und das historische Erbe an Bausubstanz ist in wenigen Jahren vertan.» Aus Malin (1992). S. 5. 8) «Abbruchbewilligung für das Haus Nr. 67 am Bach. Regierung entschied gegen Verfügung der Denkmalschutzkommission.» Aus Triesen (1991), S. 1. 9) Sennhauser (1990), S. 416; Pattyn (1992), S. 274. 299
        

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