Die Entfremdung wächst in dem Mass, wie ein Land seine eigene Identität aufgibt. Zu Liechten- steins Identität gehört eine ärmliche, ländliche Herkunft. Noch kann sich eine nicht unerhebliche Anzahl Liechtensteiner an schlechte Zeiten erin- nern. Sie haben schwer dafür gearbeitet, schlecht beheizte Holzhäuser wie das Haus r. 37 verlassen zu können. Weil es ihr Ziel war, aus solchen be- scheidenen Wohnstätten rauszukommen, mussten sie ihre Bindung daran aufgeben. Die Erinnerung an die Mühen, die es gekostet hat, die einfachen Verhältnisse zu überwinden, trägt dazu bei, dass man keine Erinnerungsstücke erhalten will. Wie können aber kommende Generationen ihre Iden- tität entwickeln, wenn immer mehr Zeugnisse ihrer Herkunft verschwinden? Der schwere Gang der Zeit hinterlässt Spuren. Werden diese Spuren ausgelöscht, geht die Wahr- nehmung der Herkunft verloren. Jedesmal wenn ein Haus wie das Haus Nr. 37 abgerissen wird, wird dem Charakter 
der Kulturlandschaft Liechten- stein ein Teil herausgerissen und unsere Gesell- schaft verliert immer mehr von dem, was sie ge- prägt und ihren eigenen Charakter geformt hat. 296 
ABBILDUNGSNACHWEIS Seite 294, 295 oben und unten, 296: Erich Allgäuer, Eschen Seite 295 Mitte: Hansjörg Frommelt, Vaduz ADRESSE DES AUTORS Pio Schurti, Triesen Es wäre ein Akt echten nationalen Selbstbewusst- seins, Objekte wie das Haus Nr. 37 für die Nachwelt zu erhalten, den Charakter unserer Kulturland- schaft 
bestehen und die Identität unserer Gesell- schaft reifen zu lassen.
        

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