suchung haben wir nicht ermittelt, ob die heute na- turfarben erscheinenden Fassaden einst farbig ge- fasst waren; auch entzieht sich uns die genauere Kenntnis zur zeitlichen Ausführung der Fassaden- gestaltung samt Anschlagen der Sprossenfenster und Klappläden. In Frage kommen vor allem 1827d anlässlich 
der Errichtung des neuen Dachstuhles und auch 1849d anlässlich der Stubenboden-Ab- senkung, wobei mir die letztgenannte Bauzeit Mitte des 19. Jahrhunderts am wahrscheinlichsten er- scheint. Die stattliche strassenseitige Giebelfassade mit ihrer ausgewogenen Befensterung und dem steil aufstrebenden, weit vorgezogenen Dach über hoher Sockelmauer stellt mit ihrer klassizistischen Ausgestaltung nicht erst heute einen besonderen Blickfang dar, denn die Fassade signalisierte eine wesentliche Erneuerung der hierzulande bis ins 19. Jahrhundert im spätmittelalterlichen Habitus verharrenden Baukultur. EIN ÖKONOMIEANBAU Ein Ökonomieanbau ostseits des Wohnhauses dürf- te seit Anbeginn 1639d bestanden haben, denn die fensterlose Ostfassade des Kernbaues ist nur wenig verwittert, als wäre sie immer geschützt gewesen. 1809 verzeichnet das Grundbuch nebst dem Wohn- haus auch einen «Stall und Torkel»; sie kämen als östliche Wohnhausanbauten in Frage, denn die heutige Stallscheune ist wohl erst nach der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden, ohne Anzeichen älterer Überreste. Der 1827d neu errichtete Dach- stuhl überkragt das Wohnhaus ostseits um etwa 2 Meter, um gleich auch einen dortigen Anbau zu überdecken; letzterer ist zwar rudimentär noch vorhanden, aber in Bauart und Grösse nicht mehr erkennbar. Wohl in den 1940er-Jahren ist der hi- storische Ökonomieanbau durch einen Neubau mit «Werkstatt» und Wohnnebenräumen ersetzt wor- den. 
Vor allem hat dieser Neubau nach und nach auch die Erschliessung des Kernbaues übernom- men. 1957a erfolgt ostseits nochmals 
der Bau eines kleinen, pultdachüberdeckten Anbaues mit Wasch- küche und Zimmer. 292 
Die Ökonomiebauten DIE STALLSCHEUNE Eine freistehende Stallscheune mag nach Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden sein, ist aber in den letzten Jahren stark umgebaut worden und birgt nun einen Mastbetrieb. Erhalten geblieben ist die voluminöse Dachstuhlkonstruktion als eindrück- liche Zimmermannsarbeit (Abb. 17). In der 2. Hälf- te des 19. 
Jahrhunderts hat die Liechtensteinische Landwirtschaft von Getreide-und Weinbau zur Viehzucht umgestellt und damit den Bedarf an grossen Heuscheunen ausgewiesen. Die vorliegen- de Scheune repräsentiert diese wirtschaftliche und ortsbildbestimmende Zäsur. Abb. 18: Stickereihäus- chen, erbaut 1901, mit anschliessendem Bauern- garten, Südwestansicht. 
Abb. 17: Innenansicht der geräumigen Scheune mit liegendem Dachstuhl, er- baut wohl nach Mitte des 19. Jahrhunderts.
        

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