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DIE LAUBE Bis vor wenigen Jahren stand vor der Nordfassade eine Laube als Schutz des Hauseinganges, aber auch als Raumerweiterung für häusliche Arbeit und Musse. Die Laube gehörte bereits zum ur- sprünglichen Kernbau 1639d, ihr wohl als Holz- lager dienendes Obergeschoss konnte durch eine kleine Schlupftür über dem Treppenaufgang betre- ten werden. DER DACHSTUHL Der Dachstuhl wurde 1827d aus handgehauenem Bauholz in klassischer, liegender Konstruktion und ohne Firstpfette errichtet (Abb. 
8). Vier Binder tra- gen das mit seinem steilen Neigungswinkel für Zie- geldeckung konzipierte Sparrendach. Der östlich- ste Binder überkragt die Wohnhaus-Ostfassade um etwa zwei Meter zur Überdachung eines heute nur noch rudimentär erhaltenen Ökonomieanbaues; seine Ostseite trägt Schmutzspuren eines einstigen vertikalen Brettschirmes (Abb. 11). Die westliche Giebelwand ist, der Strickbauweise des Stuben- blockes entsprechend, bis zum Kehlbalken in Kant- hölzern gefügt, darüber ist die Giebelwand als Brettschirm bis zu den Flugsparren vorgezogen (Abb. 2). Markante Windverbände sorgen für die Längsversteifung des vollständig holzverzäpften Stuhles (Abb. 9 und 10). Eine Doppeldeckung handgemachter Biberschwanzziegel bildet die Dachhaut. Der aktuelle Dachstuhl von 1827d stellt im Vergleich mit anderen Bauernhäusern eine be- sonders sorgfältige, für seine Zeit moderne und grosszügige Zimmererarbeit dar. Charakteristisch auch, wie zur Hauptfassade ein Flugsparrenpaar auf ziergesägten Sparrenfüssen die Aufmerksam- keit anlockt (Abb. 16). Der ziegelgedeckte Dach- stuhl dürfte einen flachgeneigten und mit Legschin- deln gedeckten Stuhl ersetzt haben, wie sie hier- zulande bis ins 19. Jahrhundert verbreitet waren. Das Fehlen von Russschwärze am heutigen Dach- stuhl belegt auch, wie seit 1827 ein Schornstein den Küchenrauch über das Dach hochführt -ein
        

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