DIE HOFSTÄTTE NR. 37 Die Hofstätte Nr. 37 grenzt westseits an den Fried- hof und steht mit seinem Wohnhaus, 
der Stall- scheune, dem Stickereihäuschen und dem Bauern- garten zur St. Luzi-Strasse orientiert, ist 
aber ein- gebettet in weites Wiesland2 (Abb. 2 und 3). Das Gelände fällt leicht nach Südosten ab; so er- klärt sich, wie das eher hochstehende Kellerge- schoss des Wohnhauses auf etwa demselben Niveau liegt wie das Erdgeschoss der nicht unter- kellerten Ökonomiebauten und die vorgelegten Geschossgrundrisse zwar ein reales, aber mög- licherweise schlecht verständliches Bild vermitteln. DIE BAUDATEN Die nachfolgend genannten Baudaten sind einer- seits dendrochronologisch ermittelt, andererseits nach relativchronologischen Beobachtungen und stilistischen Eigenheiten gedeutet. Als einzige ak- tenkundige Baudaten finden wir im Bauarchiv der Gemeinde Eschen: 1901 für die Erstellung des Stickereihäuschens und 1957 für den östlichen Waschküchenanbau; die Jahrzahl 1940 am Schorn- stein verweist auf Umbauten im Küchen-und Ofen- bereich. Zur dendrochronologischen Ermittlung von Bauholz-Fälldaten wurden aus dem Wohn- haus-Kernbau insgesamt 24 Bohrproben gefasst und ausgewertet: 
3 Stubenblock: um 1621 (nicht vor 1620); Küchenteil: Herbst/Winter 1635/36 bis 1638/39; zwei Balken aus der Küchen-Ostwand: möglicher- weise Herbst/Winter 1814/15; Dachstuhl: Herbst/Winter 1826/27; Kellerdeckengebälk: Herbst/Winter 1848/49. Sämtliche Hölzer entstammen der Rottanne. DIE GRUNDEIGENTÜMER Das 1809 eröffnete amtliche Grundbuch nennt un- ter Eschen r. 65 (= 
alte Nr.) «Ein Haus samt Stall und Torkel» Kat. Nr. 151 -VIII, und die zugehöri-BAUGESCHICHTLICHES 
ZUR HOFSTÄTTE NR. 37 IN ESCHEN PETER ALBERTIN gen Güter. Der auf den seinerzeit wichtigen Wein- bau verweisende Torkel besteht seit langem nicht mehr. Als Grundeigentümer sind verzeichnet: Johann Schafhauser 1814 Anna Risch verwittwete Johann Schafhau- ser, 
nach Verlassenschaftsabhandlung (Erbschaft); und nach ihrem Tode Johann Schafhauser, Sohn 1837 Josepha Schafhauser, durch Kontrakt (KauD 1884 1926 1957 1988 1994 
Johann Georg Näscher, durch Vertrag Johann Georg Näscher [des Obigen Sohn], durch Erbeinantwortungsurkunde (Erb- schaft) Othmar Näscher, durch Erbschaft Gebhard Beck-Ospelt, durch Kauf Stiftung Sozialfonds für das Gewerbe Schaan, durch Kauf 1) Malin, Georg: Eschen «St. Martin». In: Ergrabene Geschichte. Vaduz 1985, S. 16-21. 2) Das Vorhaben des Eigentümers um Abbruch der Gebäude hat die Denkmalschutz-Kommission der Fürstlichen Regierung veranlasst, den Schreibenden mit der baugeschichtlichen Begutachtung, Unter- suchung und Dokumentation der Bauten zu beauftragen. Die Ergeb- nisse wurden dem Auftraggeber in Briefen vom 11. 9. 1991und1.4. 1993 und im abschliessenden Untersuchungsbericht vom März 1994 mitgeteilt. 3) Probenfassung und Auswertung durch Christian Orcel und Hans- Peter Hurni des Dendrolabors Moudon. Ergebnisse im Protokoll N.Ref. LRD 93/R 3510, dat. 12. 8. 1993. Bei den Baujahrangaben werden folgende Abkürzungen verwendet: Baujahr d = dendrochro- nologisch, i =Inschrift. a =Akte,()= chronologisch hergeleitet. 283
        

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