Abb. 5: Scheibe des Eichenstammes (Archäologie FL, Inv. Nr. R 0612/0008-0009) nach Abschluss der Konservierung. M 1: 4. angenommen werden, dass die Bäume umstürzten und in relativ kurzer Zeit vom Torf überdeckt wur- den. Diesem Umstand dürfte der gute Erhaltungs- zustand zu verdanken sein. DIE KONSERVIERUNG Bei Holz, das über einen längeren Zeitraum im Wasser oder in sehr feuchtem Boden gelegen hat, ist die Zellstruktur derart weit abgebaut, dass beim Austrocknen an der Luft die Originalform durch Gewichts-und Volumenveränderung unweigerlich zerstört wird. In vorliegendem Falle wurde, um diesem Schwund entgegenzuwirken, als Konservie- rungmassnahme die Gefriertrocknung gewählt.15 Von den beiden Eichenstämmen wurden etwa 15 Zentimeter dicke Scheiben abgeschnitten. Sie wa- ren dunkelbraun und wiesen Sehwundrisse auf. Bis zur weiteren Bearbeitung im Restaurierungsatelier der Liechtensteinischen Archäologie 
16 lagerte das Holz nach der zeichnerischen und fotografischen Dokumentationsarbeit, der Gewichtserfassung und einer ersten mechanischen Vorreinigung in Was- serbädern, denen zur Desinfektion 1 % 
des Mittels Almu [R] 
(Desinfektionsmittel mit Aminoessigsäu- re) 
und zur leichten Bleichung 2 % 
Wasserstoff (H202) und 2 % 
Ammoniak beigegeben wurde. Zur Stabilisierung der Zellen folgten Bäder in mit 
Po- 276 
lyaethylenglycol (PEG 1000) angesetztem Wasser.17 Die Bäder dienten der Vorbereitung der Nasshölzer für die Gefriertrocknung, die im Frühjahr 1992 im Restaurierungsatelier des Schweizerischen Lan- desmuseums in Zürich durchgeführt wurde.18 Ver- gleiche der Gewichtsmessungen vor und nach den Konservierungsarbeiten zeigen, dass die Holz- scheiben durch die Gefriertrocknung durchschnitt- lich 54% 
ihres Gewichtes und 2% 
ihrer Grösse ver- loren haben.19 Die beiden Eichenstämme wurden nach der Pro- benentnahme auf den Grund des Regenrückhalte- beckens im «Ruggeller Riet» gebracht. 15) Weitere Konservierungsmassnahmen für Nassholz sind zum Beispiel: Konservierung mit Zucker, Äther-Alkohol-Methode und Rayon-X-Methode. 16) Die Vorbehandlung führte Frau Tanja euhorn. Restaw-atorin im Restaurierungsatelier der Liechtensteinischen Archäologie durch. Es sei Herrn Peter iederklopfer. Präparator der Naturkundlichen Sammlung des Fürstentums Liechtenstein, für die Mithilfe gedankt. 17) Die Konzentration wurde nach zwei Wochen von 10% PEG 1000 auf 15% PEG 1000 erhöht. 18) Es sei an dieser Stelle Herrn Jörg Eimer. Chef-Restaurator, herzlich für die Beratung und Ausführung der Gefriertrocknung gedankt. 19) Die grösste Holzscheibe hatte vor der Gefriertrocknung ein Gewicht von 21 Kilogramm. Nach abgschlossener Konservierung beträgt ihr Gewicht noch 10,8 Kilogramm.
        

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