rend einer nicht ganz frühen Phase des Neolithi- kums in Probe 40 (Phase 5). Dort können Cerealia (Getreide) sowie Compositae tubuliflorae und Com- positae liguliflorae nachgewiesen werden. In den etwas älteren Proben 41, 42 und 44 gibt es Spitz- wegerich, einen typischen Kulturzeiger. Die noch älteren Belege von Kulturzeigern sind zweideutig, denn sie können sowohl natürlich gewachsen sein als auch auf menschlichen Einfluss hinweisen. Der nächste Beleg für Getreide findet sich am Übergang vom Neolithikum zur Frühbronzezeit in Probe 23 (Phase 5). Die Getreidepollen werden durch Rumex (Ampfer) ergänzt. Während der gesamten Bronze- zeit finden sich jetzt vermehrt Kulturzeiger, wenn auch ohne Getreide. Noch ausgeprägter werden die menschlichen Aktivitäten während der Eisenzeit. Getreidepollen kommen in den Proben 5 und 4 (Phase P6) vor. In Probe 5 wird das Getreide von Artemisia (Beifuss), Compositae tubuliflorae, Plan- tago lanceolata (Spitzwegerich) und Rumex (Amp- fer) begleitet, in Probe 4 von Humulus/Cannabis (Hopfen/Hanf), Artemisia (Beifuss) und Plantago lanceolata (Spitzwegerich). Während der Eisenzeit ist auch eine Waldnutzung erkennbar. Kiefern und vor allem Tannen nehmen stark ab, Eichen und Bu- chen vermehren sich. Mit dieser Phase befinden wir uns am Beginn des Subatlantikums16. Weitere Hinweise liefern die Daten des Pollendia- gramms aus dem Unteren Riet. In der Probe 35C (Phase P6, Diagramm C) finden sich Getreidepollen, zusammen mit Compositae liguliflorae. Sie datie- ren ins Neolithikum, an den Beginn des 4. Jahrtau- sends vor Christus. Später gibt es immer wieder vereinzelte Kulturzeiger. Stark wird auch hier der Einfluss des Menschen während der Eisenzeit, die in Diagramm A enthalten ist. Die Phase P12 (Probe 15A bis 1A) liegt mitten im Subatlantikum und re- präsentiert somit eine Fortsetzung des Profiles vom Judenmahd, welches mit dem Beginn des Subat- lantikums endet. Während dieser Phase P12 tau- chen immer wieder Getreide und Kulturzeiger wie Humulus/Cannabis (Hopfen/Hanf), Artemisia (Bei- fuss) und Plantago lanceolata (Spitzwegerich) auf. Auf Grund der beständigen und häufigen Präsenz des Walnussbaumes (Juglans) gehören die Proben 
8A bis 1A in die römische Epoche. Eichen und Buchen werden nun im Gegensatz zum Beginn des Subatlantikums vermehrt genutzt. Es bereitete Mühe, die Pollendiagramme mit den überregionalen Pollenzonen Atlantikum, Subboreal usw. in Verbindung zu bringen17. Besonders schwie- rig waren die Grenzen zwischen den Pollenzonen zu bestimmen. Ein Vergleich mit den Pollendiagram- men, die in den letzten Jahren im Sankt Galler Rheintal ausgewertet wurden, ist schwierig18. Die Bearbeiter der Liechtensteiner Pollendiagramme sind der Meinung, dass in der Rheinebene bestimm- te lokal begrenzte klimatische Gegebenheiten die grossräumigen Veränderungen verdecken. Deshalb wäre es wichtig, Profile von höher gelegenen Loka- litäten im Fürstentum Liechtenstein zu erstellen19. Es ist allgemein kaum möglich, die Pollen einer be- stimmten Siedlung zuzuweisen. Ganz sicher ist auch noch mit weiteren, bisher unbekannten Sied- lungsstellen zu rechnen. Von Nachteil ist auch das Fehlen botanischer Informationen aus den Siedlun- gen des Eschnerberges, denn erst die Kombination verschiedener Daten kann ein umfassendes Bild der Lebensbedingungen bieten. Die beiden Pollen- profile sind jedoch ein erster Schritt zur systema- tischen Erforschung dieses prähistorischen Le- bensraumes. 268
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.