UNTERES RIET, RUGGELL7 Die drei Profile, die im Unteren Riet nebeneinander auf den verschiedenen Abstufungen der Grube ent- nommen wurden, konnten nicht zu einem einzigen durchgehenden Pollenprofil verarbeitet werden. Zwei der drei Profile sollen dennoch vorgestellt werden. Es sind die Profile A und C. Profil C stammt aus der grössten Tiefe. Profil B, der mitt- lere Teil, wird wegen der Störungen im Torf nicht behandelt. ProfilC Phase PI (Probe 50C-48C) Die Erle tritt verhältnismässig häufig auf und be- setzt die ziemlich feuchte Ebene. Dort wird auch das Wachstum der Cyperaceae (Riedgräser; Pflan- zen, die vor allem feuchtes Substrat bevorzugen) begünstigt. An den Hängen der Umgebung wach- sen Bäume, die relativ trockenen Boden bevorzu- gen, wie Eiche, Ulme und eventuell Buche. Weiter entfernt, auf den Hügeln, lassen sich Konife- ren wie Kiefern, Tannen und Fichten nieder. Phase P2 (Probe 47C-46C) Der plötzliche Rückgang der Baumpollen und die bemerkenswerte Ausbreitung der Cyperaceae (Riedgräser) bedeuten einen Rückzug des Waldes zugunsten der Cyperaceae. Diese breiten sich be- sonders in der Ebene aus (unter Umständen Aus- trocknung des Torfmoores?) und wahrscheinlich zum Teil auch auf den Hängen. Phase P3 (Probe 45C-44C) Hasel, Birke und vor allem Erle besiedeln die offe- nen Stellen im Wald (Anm. L. Marambat). Die star- ke Vermehrung von Phragmites (Schilf) zeigt den Anstieg der Bodenfeuchtigkeit an. Der immergrüne Wald an den Hängen bleibt schwach ausgeprägt. Phase P4 (Probe 43C-40C) Der Rückgang an Alnus (Erle), Betula (Birke) und Corylus (Hasel), durch natürliche oder menschliche Faktoren bedingt, begünstigt von neuem die Ent-wicklung 
der Cyperaceae (Riedgräser) und be- stimmter Gramineae (Süssgräser) in der feuchten Ebene. Der starke Anstieg an Phragmites (Schilf) entspricht ebenfalls einer Ausbreitung der Feucht- zone. Diese Hypothese wird durch die Präsenz von Typha (Rohrkolben) (in 43 C) verstärkt. An den Hängen gibt es einen gewissen Zuwachs an Koniferen (Nadelbäumen). Phase P5 (Probe 39C-36C) Die Landschaft ist grösstenteils bewaldet. Die den Platz umgebende Vegetation besteht wieder haupt- sächlich aus Alnus (Erle), Betula (Birke) und Cory- lus (Hasel), während Phragmites (Schilf) abnimmt. Unter den Bäumen wachsen wahrscheinlich Cy- peraceae (Riedgräser) und bestimmte Gramineae (Süssgräser). An den Hängen erfolgt eine deutliche Ausbreitung des Eichenmischwaldes (Quercus, Tilia und Ulmus) und der Buche. Weiter entfernt in höheren Lagen entwickeln sich die Koniferen (Nadelbäume) kontinuierlich. Phase P6 (Probe 35C-27C) Ein erneuter hoher Anteil an Cyperaceae (Riedgrä- sern) deutet auf eine Ausbreitung der Feuchtwie- sen hin; diese konkurrieren mit dem Erlenwald (ein Minimum von Alnus entspricht einem Maxi- mum von Cyperaceae und umgekehrt). Die Präsenz von Cerealia (Getreidepollen) in Niveau 35C zeigt menschliche Aktivität an. Auf den Höhen ist der Buchen-Eichenmischwald beständig. Der immergrüne Wald breitet sich hin- gegen aus. Ein 
14C-Datum des Torfes ergibt für die mittleren Niveaus dieser Gruppe ein kalibriertes Datum zwi- schen 3770 und 3370 v.Chr. Dies entspricht dem Jungneolithikum. Phase P7 (Probe 26C-20C) Im Tal deutet die stark rückläufige Entwicklung der Cyperaceae (Riedgräser) und die Ausbreitung von Alnus (Erle) und vor allem von Phragmites (Schilf) auf eine Erhöhung der Feuchtigkeit im Moor. Am Ende der Phase (20C) ist das Moor relativ ausge- 264
        

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