Zwischenkriegszeit die Lehre als Damenschneide- rin oder Modistin - in Ausnahmefällen noch als Verkäuferin - eine der ganz wenigen ihnen offen- stehenden Ausbildungsmöglichkeiten dar. Der Grund für die minimalen realen Ausbildungschan- cen für Frauen lag sicherlich zum einen in den all- gemein fehlenden Ausbildungsmöglichkeiten (z.B. im Erziehungs- und Gesundheitswesen) oder in den knappen finanziellen Mitteln der meisten Fa- milien, zum anderen hingen sie jedoch auch mit der geringen Motivation zusammen, Geld in eine Ausbildung für einen ausserhäuslichen Beruf zu stecken. Die wohl häufigste über die obligatorische Schulbildung hinausgehende Ausbildung liechten- steinischer Frauen bestand im Besuch einer Haus- haltungsschule im In- oder angrenzenden Ausland, und somit stand auch hier wiederum die Vorberei- tung der Frauen auf den häuslichen Arbeitsbereich im Zentrum. Hierfür scheinen die Eltern auch finanzielle Aufwendungen weniger gescheut zu ha- ben, denn der Besuch einer Haushaltungsschule kostete beispielsweise in Liechtenstein für ein hal- bes Jahr 60 Franken.42 Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Arbeit der Frauen und ihre Stellung in der Familie eng miteinander verflochten waren. Als ledige Frauen gingen die einen einem ausserhäuslichen Erwerb nach, die anderen mussten daheim in Haushalt und Landwirtschaft helfen; mit der Heirat - im ge- sellschaftlichen Verständnis das Ziel jeder (norma- len) Frau - wechselten die meisten in den häus- lichen Bereich über, der neben dem Haushalt und der Kinderversorgung meist Arbeiten in der Land- wirtschaft oder auch im Kleinhandel umfasste. 22
        

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