Fundort in gleicher Weise vorzustellen2. Vorher galt es allerdings die Frage abzuklären, welche Stücke mit Fundort «Lutzagüetli» überhaupt noch vorhan- den und sicher an diese Fundstelle zuweisbar wa- ren. Die Archäologie Liechtenstein hat im Zuge ih- rer systematischen Erfassung aller Objekte und der dazu gehörigen Dokumentation dafür die nötigen Voraussetzungen geschaffen. Als Glücksfall muss bezeichnet werden, dass gerade die frühen Auf- zeichnungen von Anton Frommelt häufig so detail- liert sind, dass sich die Münzen wirklich in den im- mer wieder durcheinander gebrachten Beständen wieder identifizieren Hessen. Weiter weisen viele der Münzen vom Lutzagüetli Brandspuren auf - auch dies hat bisweilen noch die sichere Zuwei- sung ermöglicht. Die Arbeit von Overbeck aus der Zeit um 1970 hat das damals greifbare Material lei- der nur summarisch und im Hinblick auf bestimm- te, wissenschaftliche Fragestellungen erfassf. Er- fahrungen zeigen aber, dass nur ein detaillierter, bebilderter Katalog Informationen und Objekte dauerhaft sichert. Von den heute noch vorhande- nen 227 Münzen vom Lutzagüetli werden in die- sem Artikel insgesamt 168 vorgestellt, die 1987 be- schlagnahmten Münzen wurden (bis auf drei hier aufgeführte Nachträge) 1989 publiziert4. 125 der 227 Stücke stammen aus periodischen Streufun- den, die seit den dreissiger Jahren laufend bekannt geworden sind, nur 40 Münzen wurden dagegen während der Grabungen 1937 und 1944/45 ent- deckt. Das Einzelstück aus dem nahe gelegenen Salumbs ist hier jeweils nicht mitgezählt. ALLGEMEINE BEMERKUNGEN Mit 227 Exemplaren ist der Bereich des Lutzagüet- lis der wichtigste Fundpunkt für römische Münzen im Fürstentum Liechtenstein überhaupt (gefolgt vom Krüppel bei Schaan). Bei den meisten hier ge- fundenen Stücken handelt es sich um Doppelde- nare, sog. Antoniniane der Zeit von rund 250-290 n.Chr. Die meisten der in dieser Zeit das römische Reich regierenden Kaiser sind darunter mit Prä- gungen vertreten. Die Zeit von Augustus bis und 
mit Gallienus ist dagegen mit wenigen Münzen be- legt, zwei Stücke des 4. Jhs. zeigen, dass der Ver- lust von Münzen auf dem Lutzagüetli nicht mit dem Ende des 3. Jhs. aufgehört hat. Angesichts dieser auffälligen Konzentration ist es schade, dass wir bis heute nicht verstehen, aus welchem Zusammenhang nun die Stücke eigentlich stammen: Dies beruht in erster Linie darauf, dass nur gerade 40 Münzen aus den rund 50-60 Jahre zurückliegenden Ausgrabungen stammen, bei viel- leicht 20 weiteren ist der Fundort recht genau be- kannt. Alle anderen Funde sind nicht näher lokali- sierbare Lesefunde, oder aber mit dem Detektor «erbeutete» Raubfunde, bei denen die Täter oh- nehin die Herkunft möglichst zu verbergen such- ten. Die Ausgrabungen selbst haben aber für die römische Epoche - wenigstens so weit bis jetzt er- kennbar ist - keine sicheren Befunde erbracht, so dass wir über die Art der römischen Aktivitäten auf dem Lutzagüetli nach wie vor praktisch nichts wis- sen und allenfalls Analogieschlüsse ziehen können. Die Erhaltung der zahlreichen Antoniniane und die häufigen, zusammengeschmolzenen Stücke bele- gen immerhin klar, dass ein grösserer Teil der Münzen ursprünglich den gleichen Bedingungen ausgesetzt war und auch im Moment von Hitze- einwirkung nebeneinander lag. Wie bereits im er- sten Artikel geäussert, besteht zwar die Möglichkeit eines absichtlich verborgenen Schatzfundes, der später verstreut worden ist, doch sind auch andere Erklärungen möglich, wie etwa der Brand eines Gebäudes5. Die einzige Möglichkeit die Frage der Herkunft der Münzen zu klären, wäre eine Nachgrabung - die Tatsache, dass im Bereich des Lutzagüetlis immer wieder Eingriffe stattgefunden haben, macht aller- dings einen Erfolg recht unsicher. ÜBERLEGUNGEN ZUR MÜNZREIHE Die Übersichtstabelle 1 zeigt, dass die römischen Münzfunde mit einem Denar von Augustus einset- zen. Daneben stammt noch ein halbierter As aus dem 1. Jh. n.Chr. Das zweite und die erste Hälfte 220
        

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