gen die Einschränkung der Deputatgründe. Er wies darauf hin, dass die Beamten zum eigenen Anbau gezwungen seien. Vieles könne in Vaduz nicht oder nur schwer gekauft werden. Der eigene Anbau sei für die Beamten aber auch ein guter Schutz gegen die Teuerung.59 Die Aufteilung der Besoldungskosten zwischen der Rentkasse und der Landeskasse stellt ein Problem dar, das im grösseren Zusammenhang der Tren- nung der fürstlichen Domänen- von der Staatsver- waltung zu sehen ist. Die Untertanen empfanden die Verpflichtung, die Beamten aus den Landesein- nahmen besolden zu müssen, bis weit ins 19. Jahr- hundert hinein als einen Vertrags- und Wortbruch von Seiten der Landesherrschaft. Sie wiesen darauf hin, dass auf Grund eines Vertrages von 1614 die Herrschaft alle Gefälle und Gebühren erhalte und dafür verpflichtet sei, die Beamten zu besolden.60 Beim Erwerb der beiden Reichsherrschaften habe Fürst Anton Florian für sich und seine Nachkom- men diese Lasten übernommen. Das Volk glaube daher, schrieb Menzinger 1840 an den Fürsten, dass es die Besoldungslasten nicht zu tragen schul- dig sei. «Diese Behauptungen, wenn auch unbe- gründet, werden hinwieder noch immer bespro- chen, und fallen den Beamten umso lästiger, als man dafürhaltet, dass dieselben von der Gnade des Landes, das ohnehin arm seie, leben müssen.»61 Tatsächlich war es so, dass die fürstlichen Beamten im 18. Jahrhundert aus den fürstlichen Renten be- soldet wurden. Durch die Steuerverordnung von 1807 wurden die Untertanen verpflichtet, alle Ver- waltungskosten und «in das Besondere (die) Besol- dung der Justiz-, Polizey- und Steuer-Beamten» durch eine Steuer zu bezahlen.62 Tatsächlich wur- den jedoch nur die Geldbezüge der Beamten aus der Landeskasse gedeckt, für die Naturalbezüge kam weiterhin die Rentkasse auf. Der Gehegberei- ter und ein Kanzlist wurden nicht als Staatsbeamte betrachtet und daher ganz aus den fürstlichen Ren- ten besoldet. Als 1841 die Geldbezüge der Beamten erhöht wurden, gingen diese Gehaltserhöhungen nicht zu Lasten der Landeskasse, sondern zu La- sten der Rentkasse. Damit ging man zwar wieder vom Grundsatz ab, dass die Landeskasse allein die 
Geldbezüge der Beamten zu tragen hatte, die Fra- ge, in welchem Verhältnis die Besoldungslasten zwischen den Renten und dem Staat aufgeteilt wer- den sollten, war aber noch nicht prinzipiell geklärt. Erst 1858 machte dann die fürstliche Buchhaltung den Vorschlag, dass die Besoldungskosten bei je- dem Beamten in dem Verhältnis aufgeteilt werden sollten, wie er Arbeiten im Dienste der Domäne oder des Staates erbrachte. Landesverweser Men- zinger erklärte sich zwar damit einverstanden, äusserte aber die persönliche Überzeugung, dass der Landesherr und sein Land ein einheitliches Ganzes darstellten und sich die Dienste der Beam- ten nicht aufteilen Hessen.63 Der Einwand Menzin- gers macht deutlich, dass er dieser Frage eine grundsätzliche Bedeutung beimass. Im Jahr darauf ordnete dann die Hofkanzlei die Aufteilung der Be- soldung zwischen Landeskasse und Rentkasse nach dem Vorschlag der Buchhaltung an.64 DIE «MINDEREN DIENER» Neben den eigentlichen Beamten beschäftigte die Landesherrschaft noch eine Reihe von «minderen» Dienern oder Bediensteten. Diese hatten vorwie- gend die Wirtschaftsangelegenheiten zu besorgen. Von ihrer Tätigkeit her gesehen lassen sich drei Hauptgruppen unterscheiden: Forstbedienstete, Zoll- und Weggeldeinzieher, Wirtschaftsbedien- stete. Die Forstbediensteten hatten die Aufsicht über die obrigkeitlichen Wälder zu führen, wobei sie insbe- sondere auf Holzdiebe, Wilderer und Schmuggler achten mussten. Bis 1812 bestand das Forstperso- nal aus einem Jäger in Vaduz und je einem Forst- knecht in Balzers, Nendeln und Planken und zwei Forstknechten in Mauren.65 1812 wurde das Forst- wesen reorganisiert. Die Forstknechte in Planken und Nendeln wurden entlassen, und die Aufsicht über alle obrigkeitlichen Wälder wurde dem Jäger übertragen. Dieser erhielt eine Gehaltserhöhung von 50 Gulden, hatte dafür aber einen Waidjungen auf eigene Kosten anzustellen.66 1838 wurde die Waldbewirtschaftung erneut reorganisiert. Mit Jo- 80
        

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