DAS LIECHTENSTEINISCHE LANDESMUSEUM VADUZ 1972-1992 / NORBERT W. HASLER DIE EREIGNISSE UM DAS LANDESMUSEUM IM JAHRE 1992 Mit dem Beginn der Tiefbauarbeiten für einen Er- weiterungsbau der Liechtensteinischen Landes- bank in unmittelbarer Nähe der Museumsbauten bahnte sich zu Beginn des Jahres 1992 das vorläu- fige Ende des Ausstellungsbetriebes des Landes- museums an. Nachdem bereits Rissschäden beim Bau des Postgebäudes Mitte der siebziger Jahre beim Landesmuseum aufgetreten waren, die zwi- schenzeitlich provisorisch saniert wurden, zeichne- te sich anfangs Februar ein derartiges Ausmass an Rissbildungen sowohl am inneren wie äusseren Mauerwerk ab, namentlich im Bereich des Waffen- saales im 2. Obergeschoss, dass sich die Museums- leitung veranlasst sah, sämtliche zuständigen Stel- len mit allem Nachdruck auf den Sachverhalt hin- zuweisen. Am 13. Februar erfolgte ein erster Au- genschein. Ungeachtet dessen gingen die Aushub- arbeiten sowie die sich verheerend auswirkende Rammpfählung in der benachbarten Baugrube weiter. Gleichzeitig wurde die Direktion der Fürst- lichen Sammlungen - Hauptleihgeberin des Liech- tensteinischen Landesmuseums - durch den Muse- umsleiter über die neue Situation informiert. Aus- ser einer vermehrten Messtätigkeit im Bereich der Museumsbauten wurde verhängnisvollerweise vor- erst nichts unternommen. Der Museumsleitung wurde dezidiert bescheinigt, dass auch unter die- sen Umständen ein «Museumsbetrieb weiterhin ohne Wenn und Aber möglich wäre». Für mich als Museumsleiter stand jedoch bald fest, dass neue Aktivitäten wie die Durchführung der geplanten Sonderausstellung zur 650-Jahrfeier der Entste- hung der Grafschaft Vaduz mit zahlreichen Leihga- ben aus öffentlichen und privaten Sammlungen des In- und Auslandes unmöglich und unverantwort- lich wäre. Bald schon musste beispielsweise die Glasfront im Parterrebereich wegen Bruchgefahr ausgebaut werden. Der Museumsbetrieb wurde auf ein vertretbares Minimum reduziert. Seit April 1992 stehen Landesmuseum und Verweserhaus durch Beschluss der Fürstlichen Regierung auch formell unter Denkmalschutz. Das Erdbeben vom 
2) Sonderbeilage Liechtensteiner Vaterland und Liechtensteiner Volksblatt, 15. April 1972, S 1 f. 3) Marxer, Georg: Die fürstliche Taferne. In: Jahrbuch des Histori- schen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein 30 (1930), S. 73. Abb. 7: Mit dem Beginn der Tiefbauarbeiten der Grossbaustelle der Liech- tensteinischen Landes- bank traten bald die er- sten Schäden an den Museumsbauten auf, die in der Folge stetig zunah- men. Besonders verhäng- nisvoll wirkte sich die sog. Rammpfählung aus. 441
        

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