leuten meist nicht viel wirklich Erhellendes geholt werden kann, leuchtet freilich ein; allerdings halte ich auch die volkstümlichen, assoziativen Erklä- rungsmuster (die sogenannte «Volksetymologie») durchaus für betrachtenswert: wenn die in ihnen sichtbar werdenden Deutungsansätze auch mit sprachhistorischer Wirklichkeit oft schwerlich ver- einbar sind, so können die entsprechenden Denk- formen von uns dennoch nicht vernachlässigt wer- den, treten sie doch gar nicht selten als ablenken- de, neu motivierende Wirkungskräfte an unserem Namengut in Erscheinung, gelegentlich bei Fällen, die sich dann auch dank der Kenntnis und richti- gen Einschätzung solcher Mechanismen schliess- lich entschlüsseln lassen. Ab und zu kommen bei den erneuten Gesprächen mit unseren Gewährs- leuten auch wieder neue, bisher noch nicht erfasste Namen zum Vorschein. Natürlich werden auch sie voll in das Datenmaterial integriert. ARCHIVARBEIT Die Bearbeitung der Erbteilungen Liechtenstein 1722-1727 und der Schuldbriefprotokolle Schel- lenberg 1713-1809 konnte abgeschlossen werden. Beide Bände waren sehr ergiebig (569 bzw. 212 Ortsnamenbelege). Die Arbeit an den frühesten Erbteilungs- bzw. Schuldbriefprotokoll-Bänden wurde aufgrund von deren hohem Ertrag fortge- führt (Inventaria und Erbtheilungen 1727-1732; Schuldbrief Protokolle Mauren 1690-1809). Weiter konnten die Bestände des Gemeindearchivs Bal- zers durchgesehen und vereinzelte noch nicht be- arbeitete Akten exzerpiert werden, sodass die Be- arbeitung dieses Archivs als abgeschlossen gelten kann; ausgenommen das allenfalls zu einem späte- ren Zeitpunkt zu bearbeitende Balzner Tauf-, Fir- mungs-, Ehe und Sterbebuch. In der zweiten Jah- reshälfte konnten die Schuldbriefprotokolle Liech- tenstein 1731-1739 abgeschlossen werden - auch sie eine ergiebige Quelle (516 Ortsnamenbelege). Da das Pfarrarchiv Balzers keine für uns bedeuten- den Bestände aufweist, führte Herr Gurt die Arbeit an den Schuldbriefprotokoll-Bänden weiter. Es 
wurden weiterhin abgeschlossen die Schuldbrief- protokolle Vaduz 1722-1808, Balzers 1709-1809, Eschen 1692-1810, Ruggell 1664-1810, Bendem- Gamprin 1626-1810, Landschaften Schellenberg und Vaduz 1798-1810. Zurzeit stehen zwei weitere entsprechende Bände in Bearbeitung: Schuldbrief- protokolle Liechtenstein 1754-1766 und Schellen- berg, Bd. 1, 1775-1778. Demnächst sollen die um- fangreichen Archivalien des Gemeindearchivs Trie- sen in Angriff genommen werden. DER AUFBAU DER NAMENBUCHSTRUKTUR Die Liste der deutschen Grundwörter, die im ge- samten bisher erfassten Namenschatz Liechten- steins enthalten sind, wird einen Hauptteil des ge- planten Namenbuches ausmachen, nämlich den sogenannten Lexikonteil. Dort soll das in den Na- men vorkommende und analysierte Sprachma- terial in Lexikonform dargestellt werden. Die Liste dieser deutschen Basiswörter, die zur Namenbil- dung herangezogen wurden, einschliesslich der (hier nicht weiter zerlegten) vordeutschen Namen- formen ist mehr oder weniger definitiv erstellt. Der andere Hauptteil des Namenbuches, der Mate- rialteil, wird, geordnet nach Gemeinden, für jeden einzelnen Geländenamen sämtliche Informationen zu Lage, Aussprache, historischen Formen, bishe- rigen Deutungsversuchen usw. enthalten. Für beide Werkteile (wie auch für den das Ganze abschliessenden Registerteil) wird der Zusam- menfluss der Daten durch eigens erstellte Program- me EDV-gesteuert erfolgen. COMPUTER, PROGRAMME Bis zur Herausgabe der letzten Flurnamenkarte des Landes hatten wir uns im EDV-Bereich hauptsächlich auf die Datenverwaltung konzen- triert. Auf die Mitte des Jahres 1992 nun wurden die entscheidenden Konzepte für die EDV-Lösung unseres Namenbuches entwickelt. Basierend auf dem vom Projektleiter konzipierten Strukturmodell 412
        

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