HISTORISCHER VEREIN FÜR DAS FÜRSTENTUM LIECHTENSTEIN 1992 namenbelege - sind von den Herren Banzer und Hübe sogleich eingetippt worden, sodass die Verar- beitung keinen Rückstand auf die Anlieferung auf- weist. Die Lemmatisierung der historischen Belege (also die Verknüpfung der erhobenen Formen mit einer konkreten Örtlichkeit und in der Regel auch mit einem heutigen Namen) war schon 1991 ange- fangen worden. Sie konnte bis April abgeschlossen werden. Einen grossen Teil der Arbeitszeit der Her- ren Banzer und Hübe nahm dann die systemati- sche Abschriftkontrolle der ab Fichen eingetippten Belegformen ein (ab Anfang Mai). Zu Ende Jahr sind Lemmatisierung und Kontrolle für sämtliche bisher exzerpierten ON2-Belege erledigt. In der Be- richtsperiode haben so die Herren Banzer und Hü- be insgesamt 17 Karteikästen bewältigt. Hinter die- ser kurzen Angabe steckt eine langwierige und er- müdende Arbeit am Bildschirm - nicht sehr erbau- lich für die Bearbeiter, aber notwendig für das Werk. PN2-Material: Da das Ortsnamenbuch aufgrund der uns zugestandenen Rahmenbedingungen ge- genwärtig Vorrang hat, sind die bereits eingetipp- ten PN2-Belege (also historische Formen von Per- sonennamen) von den Kontrollarbeiten einstweilen ausgeschlossen worden. Es wurden lediglich (pro- visorische) Lemmaformen eingetragen sowie die Siglen überprüft. ON3-Material: Die in der wissenschaftlichen Se- kundärliteratur zu findenden bisherigen Deutun- gen von Ortsnamen waren schon Ende 1991 ein- gegeben und kontrolliert. Nicht alle in der Literatur behandelten Namen sind uns heute aber noch geläufig, konnten also nicht durchwegs mit einem noch lebenden Namen der ON1-Liste in Verbin- dung gebracht werden. Hier galt es nun, die fehlen- den (historischen) Lemmaformen zu erstellen: be- arbeitet wurden hier seit anfangs Jahr die noch fehlenden Gemeinden Mauren, Gamprin, Schellen- berg, Ruggell, Eschen und Vaduz. Damit kann das vorhandene ON3-Material als ziemlich definitiv be- zeichnet werden (abgesehen von noch möglichen Nuancen bei der Schreibung der Lemmaformen). In grösserem Umfang wurde neue Sekundärlitera- tur unter einem zusätzlichen Aspekt verarbeitet: es 
galt, in der namenkundlichen Literatur zu den dem Fürstentum Liechtenstein benachbarten Gebieten alle möglichen Fälle zu erfassen, die aus liechten- steinischer Sicht aufschlussreich sein könnten. Sol- che Parallelmaterialien sind für die Deutungsarbeit unentbehrlich; sie erweitern das Blickfeld des Be- arbeiters in höchst erwünschter Weise. Es sind alle vorliegenden Bände des Vorarlberger Flurnamen- buches, des St. Galler Namenbuches {Romanisti- sche Reihe), der Reihe Romanica Aenipontana so- wie verschiedene weitere namenkundliche Mono- graphien aus den umliegenden Regionen ent- sprechend unseren Bedürfnissen ausgezogen und die uns interessierenden Verweise im Computer deponiert worden. Auf die gleiche Weise konnten wir auch das noch unveröffentlichte deutsche Na- mengut des Bezirks Werdenberg (das vom Schrei- benden sowie von Dr. Valentin Vincenz im Feld und in den Archiven erhoben worden war) erfassen; dies war möglich dank der engeren Zusammenar- beit, die ich mit dem jetzigen Bearbeiter des Be- zirksbandes Werdenberg des St. Galler Namenbu- ches, lic. phil. Peter Masüger (einem Zürcher Schüler von mir) in die Wege geleitet hatte. Weiter wird zurzeit Band 1 des Rätischen Namenbuches bearbeitet, womit dann der Kreis der Liechtenstein umgebenden Regionen (südliches Vorarlberg, Wer- denberg, Sarganserland, Bündner Herrschaft) ge- schlossen sein wird. ON4-Material: Die Erhebung volksetymologischer Daten (Umfragen zum volkstümlichen Wissen und Meinen hinsichtlich der möglichen Bedeutung von Ortsnamen) läuft weiter. In Ruggell und in Gamprin ist die Umfrage ganz, ' in Triesenberg beinahe durchgeführt, in Triesen begonnen und für Balzers und Vaduz vorbereitet. Meine Erwartung, dass so noch wertvolle, schriftlich sonst nirgends gesicher- te Hinweise auf die Entstehungsgeschichte man- chen Namens erfasst werden können, bestätigt sich insbesondere bei Örtlichkeitsnamen, in denen die Namen von Personen enthalten sind: hier lassen sich oftmals verbindliche biographische Bezüge festhalten. Dass demgegenüber im Falle von sprachlich völlig dunklen Namen bei den Gewährs- 411
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.