storie darstellt, sondern in der Förderung und Festigung des Glaubens liegt. So ist denn ein Buch entstanden, das aus der Kon- gregation für die Kongregation geschrieben wor- den ist, ein subjektives Werk, in dem Tendenzen nicht kaschiert, sondern vielmehr betont werden. Sicher ist eine solche Darstellungsweise nicht a priori negativ zu werten und hat im vorliegenden Fall ohne Zweifel auch ihre Berechtigung; sie birgt aber auch Gefahren, indem durch diese Betrach- tungsweise allzuleicht Ereignisse - auch negative - idealisiert und menschliche Schwächen, Fehlent- scheide und selbst persönliches Versagen unkri- tisch als gottgewollt dargestellt werden. Wenn das Werk hier trotzdem besprochen wird, so geschieht dies deshalb, weil in ihm ein Teil liech- tensteinischer Geschichte dargestellt wird, der bis heute noch weitgehend seiner Aufarbeitung harrt. Es sind vielleicht weniger die verschiedenen Statio- nen der Anbeterinnen, ihre Zweigniederlassungen oder Missionstätigkeit, die den liechtensteinischen Leser interessieren, sondern vielmehr das soziale und erzieherische Engagement der Schwestern in- nerhalb unseres Landes. Die Autorin hat mit Akri-bie 
eine riesige Anzahl von Dokumenten aus ver- schiedenen Archiven gesichtet und durchgearbei- tet, die in einzelnen Abschnitten über die eigent- liche Intention des Werkes hinaus authentische Streiflichter vor allem auf die Sozialgeschichte Liechtensteins in der Zeit nach dem Ersten Welt- krieg werfen. Als die Anbeterinnen 1920 in unser Land kamen, waren sie von der materiellen Not, die unsere Bevölkerung in der Zwischenkriegszeit drückte, keineswegs ausgenommen. Trotzdem empfanden sie «die Niederlassungsbewilligung . . . wie die heiss ersehnte Frühlingssonne nach langen Winternächten». Das «Neue Schloss» Gutenberg in Balzers war die erste Station. Dass sich auch vor die freundlichste Frühlingssonne Wolken schieben können, war dann allerdings eine der ersten Erfah- rungen, welche die Schwestern machten; «Die Ar- mut des Volkes erklärt die Frage des Fürstlichen Domänenverwalters (der den Mietvertrag abzu- schliessen hatte) an das Bischöfliche Vikariat in Feldkirch, ob die Kongregation <über grössere Geldmittel verfügt>. Zum Glück konnte dieser (!) keine Auskunft über ihre Armut geben, sonst hätte ihnen das  kaum so grossherzig die Um 1930: erste Provinz- verwaltung der ASC in Gutenberg, v.l.n.r.: Sr. Floriana Kaps (1872- 1949), Sr. Beda Blei (1860-1940), Sr. Paulina Schneeberger(1863- 1941), Sr. Dominika Keller (1881-1936 in Bosnien), Sr. Anna Berger (1876- 1957), Sr. Kornelia Gas- senmayer (1867-1949) 388
        

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