Abb. 8 und 9: Der «Bende- rer Stein». Eingemeisselte Zeichen auf den beiden Langseiten 
DER «TEUFELSTEIN» IN TRIESEN In der Gemeinde Triesen liegt in einer Kurve am Weg hinauf zu «Bad Vogelsang», südlich über dem Steinbruch21, ein grosser dunkler Stein, dessen Oberfläche als Produkt natürlicher Verwitterung entstanden ist. Die Flurbezeichnung «Tüfelstein»22 weist auf die volkskundliche Bedeutung des Steins hin, auf welchem nach der Sage23 die Tanzspuren des Teufels abgelesen werden können. DER «BENDERER STEIN» Anlässlich der archäologischen Ausgrabungen auf dem Kirchhügel von Bendern in der Gemeinde Gamprin24 ist ein bearbeiteter Stein freigelegt wor- den, der nach den Beschreibungen des Grabungs- leiters Dr. Georg Malin25 stratigraphisch den frühe- sten kirchlichen Bauten an diesem Ort - um 600-1000 nach Christus - zugeordnet werden kann. Neben seiner «wannenförmigen» Eintiefung, deren Funktion nicht geklärt ist, sind auf seinen beiden Langseiten eindeutig von Menschenhand mehrere Zeichen eingraviert worden, deren Deu- tung zu verschiedenen Spekulationen - wie karo- lingisches Taufbecken, merowingisches Kinder- grab, Steinmetzzeichen, Jahreszahl 1510...-Anlass gegeben haben.26 Mit grosser Wahrscheinlichkeit dürfte die letzte Verwendung des Steins in kirch- lichem Zusammenhang stehen, worauf die einge- meisselten Kreuze hinweisen. Aus den Bearbei- tungs- und Verwitterungsspuren der verschiedenen Zeichen kann geschlossen werden, dass diese nicht alle gleichzeitig in den Stein graviert worden sein können. Zwischen der ersten und der letzten Bear- beitung dürften wohl mehrere Jahrhunderte ver- gangen sein. Beim «Benderer Stein» handelt es sich für das Gebiet des Fürstentums Liechtenstein um den bis heute einzigen bekannten Zeichenstein mit von Menschen eingemeisselten Gravuren. Die Fragen nach seiner zeitlichen Einordnung und nach seiner Funktion sind zur Zeit in Bearbeitung. Die Resultate werden in einem der kommenden Jahrbücher vorgestellt werden. 370
        

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