Abb. 6: Der «Füllitritt» in Triesenberg eines natürlichen Erosionsprozesses entstanden sein.6 In den wenigsten Fällen liegen eindeutige stratigraphische, typologische oder geologische Da- tierungsmöglichkeiten vor. Nach einer ersten Bear- beitung blieben die Steine oder Felsoberflächen meist längere Zeit zugänglich, so dass bis zur letz- ten Gravur oft Jahrhunderte oder Jahrtausende verstrichen sein können. «Die Gleichzeitigkeit aller möglichen Erscheinungsformen der Schalen und Schalensteine wird demnach verneint.»7 Am allge- meinsten, aber wohl auch am anerkanntesten wer- den Schalen- oder Zeichensteine als prähistorische Kultstätten gedeutet, deren Funktion noch unbe- kannt ist.8 So könnten sie etwa als Behälter bei Blutopfern oder zur Aufnahme von Opfergaben ge- dient haben. Eine weitere geläufige Interpretation sieht in ihnen astronomische Instrumente oder Himmelskarten.9 Bei vielen der als Schalen- oder Zeichensteine gemeldeten Objekte wird eine einge- hende Überprüfung ergeben, dass es sich dabei um Produkte einer natürlichen Erosion handelt. Diese kann sowohl für die Bildung natürlicher Schalen wie auch für die Veränderung der Form von künst- lich geschaffenen Schalen verantwortlich sein. Bei der Beantwortung der Frage nach der Fertigung durch den Menschen oder nach der Entstehung durch die Natur spielen Anzahl, Anordnung und Form der Schalen eine wesentliche Rolle. Von Men- schen in Schlagtechnik gefertigte Schalen weisen eine «regelmässige semisphärische Form»10 auf und stehen oft in einer bewussten Ordnung zuein- ander. Wenige Schalen und Rinnen, die in zufälliger Anordnung zueinander stehen und Formen wie z.B. Höhlen sind Indizien für eine natürliche Bildung.11 
Die Oberfläche des «Specki-Kolosses» ist übersät von einer grossen Anzahl von Hohlformen, welche eindeutig nicht in Schlagtechnik entstanden sein können. Die tiefen tunnelartigen Gänge und die un- regelmässig geformten Schalen unterschiedlicher Grösse können nur durch natürliche Auswitterung entstanden sein.12 Nach der Eindeckung des Steins mit Erde - sicher einige Zeit nach seinem Absturz in die «Specki» - sind in diese Vertiefungen feinste Kiesel, Sand, Erde und Ziegelpartikel einge- schwemmt worden. SCHALEN- UND ZEICHENSTEINE IM FÜRSTENTUM LIECHTENSTEIN Die archäologischen und geologischen Untersu- chungen haben ergeben, dass es sich beim «Specki-Koloss» mit Sicherheit um einen Stein mit natürlich ausgewaschener Oberfläche handelt. Für das Gebiet des Fürstentums Liechtenstein liegen nur wenige Mitteilungen über mögliche Schalen- oder Zeichensteine vor. Die Sichtung der Nachrich- ten und Archivberichte hat ergeben, dass sich dar- unter nur ein Objekt befindet, das mit Sicherheit von Menschenhand bearbeitet worden ist. EIN STEINKREIS AUF DEM «FANOLABÖDILE» OBERHALB VON SCHAAN Nach Meldungen im Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein13 soll sich auf «Fanola»14 oberhalb der Gemeinde Schaan ein 368
        

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