GUSTAV RITTER VON NEUMANN FLORIN FRICK FÜRST JOHANN JURILAUMS-KIRCHE IN RALZERS, 1909 RIS 1912 Aus den Ausführungen Frommelts kann folgendes entnommen werden: «1909 wurde der Grundstein gelegt, und 1912, am 11. November, war die feier- liche Weihe durch Bischof Georgius Schmid von Grüneck. Die volle, innere Ausgestaltung nahm noch einige Jahre in Anspruch. Die neue Kirche in Balzers zeigt die Formen einer neuzeitlichen Ro- manik, man dürfte für diesen Fall auch sagen Ro- mantik. Es wurde offensichtlich angestrebt, in den Plänen ein eindrucksvolles, reiches Schaubild zu gestalten, das über den Rahmen einer einfachen Landkirche hinausgeht, aber leider in den Formen auch abgeht vom Ernst der inneren, baulichen Not- wendigkeit. Die innere Raumgestaltung ist grund- sätzlich gross und schön, ein freies Langhaus mit geräumiger, schöner Choranlage. Das Langhaus ist abgeschlossen mit gewölbter Holzdecke, die von drei kräftigen Quergurten unterzogen ist. Bei ge- nauerem Nachsehen wird man freilich finden, dass die angewandten Mittel im Verhältnis zur Formge- bung wie eine Täuschung wirken und von bedenk- licher Leichtigkeit sind. Die ornamentale Behand-lung 
des Innenraumes stammt von verschiedener Hand und leidet an kunstfremder Buntheit.»109 Gemäss dem ersten Entwurf von Neumann war die gleiche Turmgestaltung wie bei der Pfarrkirche Giesshübl vorgesehen. Die Balzner Kirche hat eine gewisse Ähnlichkeit zur Neu-Simmeringer Pfarrkirche zur unbefleckten Empfängnis (Enkplatz, Wien XI), die von 1907 bis 1910 von Hans Schneider erbaut wurde. Renate Wagner-Rieger schreibt hierzu: «In den Jahren um 1910 gelingt es nun zwei sehr interessanten Lang- hausbauten, die traditionellen Raumformen so stark zu modifizieren, dass letztlich neue und für die moderne Architektur wichtige Lösungen zu- 107) Höss, S. 300f. 108) Österreichische Volkszeitung. 27.6.1908, S. 2; 12.7.1908, S. 6. 109) Frommelt, S. 214f. Perspektivdarstellung des Neubauprojekts mit ange- bautem Pfarrhaus 343
        

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