Ansicht von Südosten HERZ JESU-KLOSTERKIRCHE DER KONGREGATION DER DIENERINNEN DES HEILIGSTEN HERZENS JESU, LANDSTRASSE-HAUPTSTRASSE 137, WIEN III, AR 1904 Renate Wagner-Rieger befasst sich mit diesem Kir- chenbau: Neumann hat bei der Innengestaltung der Kirche, «deren Ausstattung sich weit hinein in das 20. Jahrhundert erstreckte», strenge histori- sche Treue angestrebt. «Der 1904 bis 1906 errich- tete Ziegelbau mit Kunststeinverkleidung ist in hel- lem Weiss gehalten; die Fassade mit ihrem hohen Turm, den bunt glasierte Dachziegel decken, ist ein weithin sichtbarer Blickpunkt. Romanische Ele- mente, wie Rundbogenportale, Biforen, Radfenster, Rundbogenfriese werden in einer Weise zusam- mengefügt, die - schon durch die Flächigkeit der Lösung - die Entwicklung im Sinne einer neuen Richtung erkennen lässt. Der Innenraum hat Stüt- zenwechsel, wobei die breiten Arkadenbogen wechselweise von Pfeilern und Säulen getragen sind, welche letztere mächtige, sehr korrekt gear- beitete Blattkapitelle tragen. Die Kirche besitzt Em- poren mit vierteiligen, durch Dreipassbogen zu-sammengefassten 
Arkaturen, die verglast sind, da sie in den Klosterbereich gehören. Im Grundriss wird durch die Anfügung zweier seitlicher Joche, die sich mit dem jeweiligen Doppeljoch des Seiten- schiffes zu einem Hallenraum verbinden, eine querhausartige Ausweitung angedeutet, die jedoch im Mittelschiff nicht ausgeprägt ist, da hier die Langhauswand bis zu der hohen, durch fünf schlanke Fenster beleuchteten Rundapsis vorgezo- gen wird. Die Eingangswand unter dem Turm ist dreigeschossig, weil hier unter dem Orgelchor die Empore herumgeführt ist.»1"3 Beim Aussenbau wurden romanische Detailformen in secessionisti- schem Zusammenhang verwendet. Im Vergleich dazu Höss, der die Kirche aus einem anderen Blickwinkel betrachtet: «Die Herz Jesu- Kirche wurde in Verbindung mit dem Klosterge- bäude der , die sich der Kindererziehung und Krankenpflege widmet, erbaut und im Jahre 1906 eingeweiht. Der imposante Bau ist im roma- nischen Stile gehalten. Der nach rheinischen Mu- stern gebildete, charakteristische, hohe Hauptturm steigt aus der Fassade mächtig empor und be- herrscht einen grossen Teil der Hauptstrasse des III. Bezirkes. Er hat nicht die strenge Einfachheit romanischer Kirchtürme, sondern mit seinen vier Ecktürmen, Galerien und hohen Helmen mehr den Charakter eines Stadtturmes und gewährt im Ver- ein mit der reich bewegten Kirchen- und Kloster- fassade einen malerischen Anblick. Auch die ge- genwärtig noch sichtbare rechte Langseite der Kir- che bietet mit den vielfensterigen Oratorien über dem Seitenschiffe und den vorspringenden Türm- chen ein abwechslungsreiches Architekturbild, das durch die mit grün glasierten und hellroten Ziegeln gedeckten Dächer auch koloristische Lebendigkeit erhält. Das Innere der Kirche wird durch massige Pfeiler und Säulen in drei Schiffe geschieden, ein kurzes Querschiff trennt das Längsschiff von dem mit halbrunder Apsis abgeschlossenen Presbyte- rium, dessen Fenster mit schönen Glasgemälden versehen sind. Die Decke wurde aus rundbogigen Kreuzgewölben gebildet. Die Oratorien mit ihren zierlichen Säulchen, der prächtige Hochaltar und 336
        

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