Siegel Graf Rudolfs an der Urkunde von 1342. Das runde Siegel aus ungefärb- tem Wachs hat einen Durchmesser von 29 mm. Die Umschrift lautet: t SRVDOLFI-COITISD- WDENBEG (= t Sigillum Rudolfi comitis de Wer- denberg). 
Das Bild zeigt ein Vollwap- pensiegel auf damaszier- tem Grund: schräggestell- ter gotischer Dreieckschild mit dem Montforter Wap- pen (dreilätzige Kirchen- fahne), darüber ein Kübel- helm (im Profil), Helmzier (Beutelstand mit zwei Kugeln) und eine flattern- de Helmdecke. 
Burgen, ohne Stützung durch Kleinstädte und weit entfernt von einem geschlossenen, rechtlich ein- heitlichen Territorium auch im Kern um Vaduz. Was alles an neuartigen Einkünften aus Zöllen (so in Vaduz und in Klösterle), an Alp- und Steuerrech- ten (z.B. auch über Walser123) und an Kirchen- patronaten zu alten, herrschaftlichen grund- und vogtrechtlichen Abgaben hinzu kam, ist unklar, kann aber nur bescheiden gewesen sein. Wirt- schaftliche Probleme im Gefolge der seit Mitte des 14. Jahrhunderts allgemein bekannten Schwierig- keiten dürften wie manchen anderen kleineren und mittleren Adligen auch den Werdenbergern zu schaffen gemacht haben. Sie sind allerdings in den Quellen nicht ausreichend nachweisbar, und der Eindruck, dass die Veränderungen in den Lebens- formen von grösserer Bedeutung waren als die agrarischen und demographischen Krisenerschei- nungen, kann nicht ganz falsch sein.124 Die Voraussetzungen für eine Territorialisierung waren nicht nur wegen der Streulage des Besitzes schlecht. Die tatsächliche herrschaftliche Durch- dringung im Werdenberger Besitz ist zwar auf- grund der in dieser Hinsicht geradezu verzweifelt dürftigen Überlieferung schwer einzuschätzen. Sie muss aber vergleichsweise gering gewesen sein, obschon wahrscheinlich eine Art von Ämterorgani- sation im Entstehen war und als Herrschaftsbeauf- tragte einzelne Ammänner auftraten,125 deren zu dieser Zeit sichtbar zunehmende Selbständigkeit allerdings auch wieder problematisch für eine not- wendige Herrschaftsintensivierung war. Überhaupt hatte sich die hauptsächliche oder zumindest wirt- schaftlich bedeutendste Aktivität - neben den geist- lichen Karrieren - schon lange in Richtung Amts- tätigkeit und Solddienste verschoben, mit all den damit verbundenen Risiken für finanzielle Investi- tionen sowie für Leib und Leben. Der entscheiden- de Wandel in der adligen Lebensform hatte direkte Rückwirkungen auf die Herrschaftsausübung, weil diese immer noch stark von der persönlichen Prä- senz abhängig war. Von Interesse ist allerdings auch, dass den Werdenbergern eine definitive An- passung an die österreichische Herrschaft - im 30
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.