Versöhnung der Antike und der mittelalterlichen Baukunst einen wichtigen Programmpunkt».64 «Von den zeitlich vor- und nachher gelegenen Stil- phasen hebt sich der romantische Historismus durch seine Farbigkeit sehr deutlich ab.» Es «setz- te sich nun eine Polychromie durch, die mit kräfti- gen, kontrastreichen, allerdings eher stumpfen Farben arbeitet, obwohl die Farbtemperatur hell ist. Das Kolorit verzichtet auf eine leuchtende Wir- kung, die Oberfläche ist matt und glanzlos, auch wenn Gold und Silber verwendet wird. Im nachfol- genden strengen Historismus werden an die Stelle dieser Buntheit gedämpfte Tonigkeit und abge- stimmte Farbwerte treten, während gleichzeitig der Helligkeitsgrad sinkt. Ein vereinheitlichender  wird das harte Nebeneinander ver- drängen.»65 Die eingesetzte Erneuerung des Katholizismus führte zu einer Belebung des Kirchenbaus. «Mittel- alterliche Formen schienen dafür besonders geeig- net. In Weiterführung des kubischen Stiles interes- sierte man sich vor allem für die Romanik»,66 der Begriff umfasste auch die byzantinische und früh- christliche Architektur. «Die gleichen Stilphänomene (wie im kubischen Stil, Anm. d. Verf.) nämlich blockförmige Geschlos- senheit, klare Determination des Raumes, innen und aussen flächig gehaltene Wände, auf denen die Gliederung mehr dekorativ als plastisch-tektonisch aufgetragen erscheint, sind nicht nur für Kirchen des katholischen Ritus, sondern auch für Gottes- häuser anderer Bekenntnisse gültig.»67 «Bei der profanen Architektur ist es nun kaum mehr möglich, eine echte Grenze zwischen öffent- lichem Nutzbau, Wohnhaus und Palast zu ziehen, da sich diese in bemerkenswerter Weise einander angleichen; es handelt sich dabei um eine Nivellie- rung nach oben. Alles wird gleichsam zum Palast oder soll zumindest in der äusseren Erscheinung so wirken.»68 
STRENGER HISTORISMUS, ETWA 1850 RIS 1880 «Er entspricht dem englischen ».69 «Es ging dem strengen Historismus darum, mit den  Stil gefunden zu haben.» Es bestand die Gefahr, dass die Architektur schliesslich bei einem sterilen Formpartikularismus landet. «Da jedoch auch der strenge Historismus bedeutende Künstlerpersön- lichkeiten mit origineller Individualität aufzuwei- 316
        

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