Prinz Franz von Liechten- stein, Johann Nepomuk Graf von Wilczek, Franz von Wieser, Gustav von Neumann, Landesverwe- ser In der Maur (v. 1. n. r.J, Schloss Vaduz, 1904 gen und beschloss zur Erinnerung an sein 50. Re- gierungsjahr den Bau einer neuen Kirche in Bal- zers. Sie sollte fürstliche Jubiläumskirche werden. Die Pläne schuf der fürstliche Architekt Gustav von Neumann. 1909 wurde der Grundstein gelegt, und 1912, am 11. November, war die feierliche Weihe».19 Fürst Johann II. förderte jedoch nicht nur Kirchen- bauten in seinem Land bzw. seinen Besitzungen, sondern unterstützte auch verschiedene Ordensge- meinschaften. «Den Bau der zahlreichen neuen Kirchen, welche in den letzten Dezennien in der Residenzstadt (Wien, Anm. d. Verf.) entstanden, hat der Fürst stets mit der grössten Freigebigkeit durch nam- hafte Spenden und auch dadurch unterstützt, dass er für einige derselben durch seine Architekten die Pläne ausführen liess. Wir erinnern hier insbeson- dere an zwei der herrlichsten Gotteshäuser, die in jüngster Zeit in Wien errichtet wurden, an die Cani- sius-Kirche auf dem Aisergrund und die Herz Jesu- Kirche auf der Landstrasse, beides Werke des fürstlichen Architekten G. R. v. Neumann.»20 In den Aufstellungen des fürstlichen Güterbesitzes von Franz Kraetzl werden auch diverse Patronats- kirchen und -pfarren sowie Stiftungen erwähnt. Als Beispiele seien folgende von Neumann restaurierte oder entworfene Patronatskirchen aufgeführt: - Dohle, Mähren - Giesshübl, Niederösterreich - Brunn am Gebirge, Niederösterreich - Schottwien, Niederösterreich - Sternberg, Mähren Man kann daher annehmen, dass Neumann den grössten Teil der kirchlichen Bauten als Bedienste- ter des Fürsten entworfen hat, Bauaufträge auf 
Grund von Wettbewerben oder von anderen Bau- herren sind nicht bekannt, wenn auch nicht auszu- schliessen. Nach Angaben von Elisabeth Castellani-Zahir war Gustav von Neumann am Umbau des Schlosses Vaduz 1896 bis 97 (kleinere Reparaturen) beteiligt und 1904 noch Mitglied der Schlossbaukommis- sion, in der er aber, als die eigentlichen Umbauten anfingen (1905), nicht mehr in Erscheinung trat. An der eigentlichen Schlossrestaurierung hat er keinen Anteil gehabt. Interessant hierzu auch eine Stelle aus einem Brief von Egon Rheinberger, der Gustav von Neumann während seiner Tätigkeit für das Fürstenhaus als Vorgesetzten erlebt hat, an sei- ne Familie in Vaduz (8. Mai 1900, von der Feste bei Wien). «... auf jeden Fall kann er so viel wie dex Neu- mann, der Jud. Ich habe von selbigem (Neumann) schon viel gesehen, aber nichts Gutes, noch nie, sagts nur der Laura, es geht auch bei allen Bauten, die er als fürstlicher Architekt unter sich hat, nichts vorwärts. ... Aber dies könnt Ihr sagen, dass der Neumann unsere Burg (Feste Liechtenstein) nicht bauen könnte, nach meinem Urteil. Davon werde ich doch mehr verstehen wie der In der Maur. Es ist gut, wenn der Neumann unser Schloss in Vaduz nicht zu restaurieren bekommt, er würde es nur verhuntzen.»21 Über die Arbeiten Neumanns als «Privat-Archi- tekt» (vgl. Lebenslauf von 1908) ist nichts bekannt bzw. lässt sich nichts feststellen, welche der er- wähnten Bauten er als fürstlicher Architekt ausge- führt hat. Man kann jedoch annehmen, dass die private Tätigkeit eher gering gewesen sein dürfte. 304
        

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