GUSTAV RITTER VON NEUMANN FLORIN FRICK Gustav von Neumann als «Fürstlicher Architekt» 1896 wurde Gustav von Neumann zum Architekten S.D. des Fürsten Johann II. ernannt. Nach Franz Kraetzl wird Gustav von Neumann in der Zentraladministration, der Hofkanzlei in Wien als «Fürstlicher Architekt für die speziellen archi- tektonischen Arbeiten Seiner Durchlaucht» aufge- führt.14 Für den externen Baudienst auf den fürstlichen Gü- tern waren die technischen Bezirksbauämter, fer- ner das Forstdirektionsbauamt in Olmütz bestimmt. Die Bezirksbauämter waren für land- und forst- wirtschaftliche Objekte zuständig. 1914 bestanden das Bezirksbauamt Wien, Olmütz und Aurinowes. «Der Baudienst im Wiener Baubezirke wird vom Baudepartement der fürstlichen Hofkanzlei, jener am Gute Liechtenstein (land- und forstwirtschaft- liche Objekte) vom fürstlichen Architekten k.k. Baurat Ritter v. Neumann besorgt.»15 Während Neumann, soweit Übersicht besteht, bis ca. 1910 vornehmlich mit dem Entwurf und der Re- stauration von Kirchen betraut war, sind aus der Zeit danach keine weiteren Arbeiten dieser Art be- kannt. Die aufgeführte Verwendung Neumanns für land- und forstwirtschaftliche Bauten bietet eine entsprechende Erklärung. Im «Schematismus des Fürstentums Liechtenstein» wird unter «Zentralkanzlei für die österr. Güter» folgendes erwähnt: «Zur Höchsten Disposition Sei- ner Durchlaucht: Neumann Gustav, Ober-Baurat i.P., Opernring 21.»16 Fürst Johann der Gute war bekannt als grosser Förderer von Kirchenbauten. Es kann angenom- men werden, dass er bei vielen Kirchenneubauten neben beachtlichen Geld- und Materialzuwendun- gen auch für die Planung aufkam. Beispiele für die- se Fördertätigkeit sind insbesondere die Kirchen- bauten in Liechtenstein: Pfarrkirche St. Fridolin, Ruggell: «1895 schuf der fürstliche Architekt Gustav von Neumann in Wien ... neue Pläne zur Ausführung.»17 Die Kirche von Ruggell wurde weitgehend aus den Mitteln des Für- sten Johann II. gebaut und ausgestattet. Pfarrkirche St. Laurentius, Schaan: «Da war es wieder Fürst Johann II. in seiner Hochherzigkeit, 
Fürst Johann IL,Johann Quincy Adams, 1908; im Auftrag der Stadt Wien zur Feier des fünfzigjährigen Regierungsjubiläums des Fürsten gemalt der alle Schwierigkeiten behob. Er verkaufte den Triesenbergern die herrschaftliche Alp Sücka um 37 000 Gulden und schenkte den Erlös zum neuen Kirchenbau. Die Pläne schuf der fürstliche Archi- tekt Gustav von Neumann, die Weihe wurde vollzo- gen 1893.»1S Pfarrkirche Balzers: «Gegen Ende des Jahrhunderts stand die Gemeinde vor der Notwendigkeit, die alte Kirche umzubauen oder eine neue Kirche zu erstel- len. Diesem Gedanken kam Fürst Johann II. entge- 10) Schwarz, Mario: Über die Moderne im alpinen Bauen am Beispiel Semmerings. In: Die Eroberung der Landschaft. Hrsg. Wolfgang Kos. Wien, 1992, S. 571. 11) Weber, Anton: Familienhäuser und Villen. In: Kortz. S. 442. 12) Zeitschrift des Österreichischen Ingenieur- und Architektenver- eins. Nr. 8 (1905), S. 119. 13) Obermayer-Marnach, S. 91. 14) Kraetzl, Franz: Das Fürstentum Liechtenstein und der gesamte Fürst von und zu Liechtensteinsche Güterbesitz. Brünn, 1914, S. 162. 15) a.a.O., S. 169. 16) Schematismus dos Fürstentums Liechtenstein und des gesamten Fürst Johann von und zu Liechtenstein'schen Güterbesitzes nach dem Stande vom 1. Mai 1927. 17) Frommelt, Anton: Unterland: Die alte Herrschaft Schellenberg. In: Die Bistümer der Schweiz, Bistum Chur. Kilchberg-Zürich. 1942, Bd. 1, S. 233. 18) a.a.O., S. 220. 303
        

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