BAUGESCHICHTLICHES ZUR HOFSTÄTTE 46/47 IN TRIESEN / PETER ALBERTIN DIE KLEINE KAMMER über der Nebenstube wird im 18. Jahrhundert zum Wohnhaus 47 geschlagen. Zu den erst nachträglich in der grossen Kammer gemachten Beobachtungen einer sekundären Erhöhung des Blockteiles fehlen hier bestätigende Befunde; einzig der östliche Tür- pfosten in der Nordwand ist zweitverwendet (Abb. 35 und 36). Der östliche Teil der Nordwand ist mit senkrechten Brettern geschlossen - als soge- nannte Stabwand; wir beobachten auch andernorts solche Wandausfachungen in Blockbau-Kammern (Abb. 16, 17 und 20). DER DACHSTUHL stellt eine signifikante und zeittypische Zimmer- mannsarbeit dar. Das Wohnhaus 46 trägt bereits seinen dritten Dachstuhl. Zum ersten von 1510 sind in der Westwand des Blockteiles die Blattsas- sen eines Firststudes und zweier zugehöriger Fuss- bänder erhalten. Damit lässt sich der Stuhl rekon- struieren als einfachste, stehende Konstruktion mit Firststud, west-ost gerichteter Firstpfette und Raf- endach unter der Annahme einer hierzulande üb- lichen um 20 Grad geneigten Legschindel-Deckung (Abb. 34). Über dem Massivteil, der nicht bis zur Traufhöhe reicht, trägt eine verbretterte Zimme- rung den Stuhl. Diese ist nicht erhalten. Zu nicht ermittelter Bauzeit I c wird der Stuhl in analoger Ausführung um drei Gebälkkränze angehoben. 1715 erhält der Gebäudekomplex mit Wohnhaus 46, Wohnhaus 47 und Scheune 46 ein neues Sattel- dach auf stehendem Stuhl, wie dieser über der Scheune und dem Wohnhaus 47 noch erhalten ist. Der First liegt nun in Richtung Nord-Süd. Mit dem Westanbau von 1834/36 wird auch das Wohnhaus 46 neu eingedeckt, mit wiederum ge- drehter Firstrichtung West-Ost. Daraus ergeben sich die den Gebäuden so eigenen, vielfältigen Dachflächen. 263
        

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