BATZEN UND HALBBATZEN ZU BEGINN DES 16. JAHRHUNDERTS Funde: 9, 10, 33, 45, 46, 47 Die dynamische Entwicklung des Münzwesens ge- gen Ende des 15. Jahrhunderts, die zugleich das Ende der mittelalterlichen Münzverhältnisse ein- läutete, führte unter anderem zur Schaffung einer Reihe von neuen Nominalen. Eines davon war der Batzen zu 4 Kreuzern 
oder 2l& Schillingen. Seine handliche Grösse im Bereich zwischen dem Schil- ling und dem für tägliche Bedürfnisse viel zu gros- Abb. 14: Batzen und Halb- batzen des 16. Jahrhun- derts a Öttingen, Grafschaft. Halbbatzen 1515, Vs./Rs. FO: Balzers 33 b Öttingen, Grafschaft. Batzen 1519, Vs./Rs. FO: Salez 45 
sen Taler zu 40-50 Kreuzern - vom Gold gar nicht zu reden - sicherte ihm bald weiteste Verbrei- tung.153 In der Schweiz nach mailändisch-tiro- lischem Vorbild zuerst in Bern, gleich darauf auch in Solothurn ab 1492 geprägt,154 strahlte der Bat- zen über Konstanz (Prägebeginn 1499), Zürich, St. Gallen und die Reichenau (Prägebeginn jeweils 1500) weit nach Süddeutschland hinein aus.155 Um 1535, dem Höhepunkt der Batzenprägung, wurde die äusserst beliebte Münze, meist in Form des Halbbatzens, in über 40 Münzstätten hergestellt.156 Im Alpenrheintal sind vornehmlich Batzen und Halbbatzen aus Isny 
(Bendern 9), Öttingen (Balzers 33, Abb. 14 a; 
Salez 45, Abb. 14 b) und solche der bayerischen Herzöge aus der Münzstätte München (Bendern 10; Schaan 47, Abb. 14 c) mit Prägedaten zwischen 1506 und 1519 gefunden worden, ausser- dem ein Batzen aus Zürich um 1500 
(Schaan 46). Die geographisch nächstliegenden Münzstätten fehlen, mit Ausnahme von Zürich und Isny, auffal- lend: Weder St. Gallen (Prägung ab 1500) noch Konstanz (Stadt ab 1499, Bistum ab 1508), Chur (Bistum ab 1510, Stadt ab 1520) oder Kempten (ab 1510) sind mit Batzen in den Funden vertreten. 153) Geiger, Hans-Ulrich: Entstehung und Ausbreitung des Batzens. In: SNR 51 (1972), S. 145-154. 154) Zum Beginn der Batzenprägung in Bern vgl. Geiger, Hans- Ulrich: Der Beginn der Gold- und Dickmünzenprägung in Bern. Ein Beitrag zur bernischen Münz- und Geldgeschichte des 15. Jahrhun- derts. Diss. Bern. Bern, 1968, bes. S. 83-88 und S. 154-154 Nr. 31-32. 155) Auch der Erzbischof von Salzburg nahm 1500 die Prägung von Batzen auf; Geiger, Entstehung (wie Anm. 153), S. 96. 156) Vom Taler zum Dollar (wie Anm. 57), S. 41 und S. 42 Karte 3 (Verbreitungsgebiet). c Bayern, Herzogtum. Halbbatzen 1506, Vs. FO:Schaan 47 232
        

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