MÜNZFUNDE UND GELDUMLAUF IM MITTEL- ALTERLICHEN ALPENRHEINTAL / BENEDIKT ZÄCH liehen Churer Pfennige des 15./16. Jahrhunderts schliesslich sind nach Ausweis der Funde nicht so selten, wie es Anton Frommelt bei der Bearbeitung des Fundes von Vaduz noch annahm (Bendern 9, Eschen 12, Schellenberg 21, Triesen 25).152 Während im Münzfund von Schellenberg 6 das Kleingeld fast ausschliesslich aus Münzstätten nördlich des Alpenrheintals stammt, wird mit der Berücksichtigung aller Funde auch eine Kleingeld- zufuhr von Süden und teilweise von Westen her er- kennbar. Auch das Kleingeld betont somit die be- reits mehrfach herausgestellten, nach verschiede- nen Richtungen hin orientierten monetären Ver- bindungen des Alpenrheintals. 149) Chur GR, Rabengasse 3-7: Mailand?, Denaro (1335-1339), evtl. auch oberitalienische Imitation? aus Como, Cremona, Incisa oder Monza; Gredig, Arthur, in: Archäologie Graubünden (1992), S. 389 Abb. 7.3. -St. Gallen, Stiftskirche: Sesino (1395-1402); unpubl., vgl. Münzfundakten KA St. Gallen, SFI-Code 3203-06. - St. Gallen, Stadt- kirche St. Laurenzen: Denaro (1354-1385); unpubl., vgl. Münzfund- akten KA St. Gallen, SFI-Code 3203-03. - Winterthur ZH, Marktgasse 45/47, Metzggasse 18: Sesino (1412-1447); unpubl., vgl. Münzfundak- ten KA Zürich, SFI-Code 230-32. - Zürich. Lindenhof: Sesino (1395- 1402); Vogt, Emil: Der Lindenhof in Zürich. Zwölf Jahrhunderte Stadt- geschichte auf Grund der Ausgrabungen 1937/38. Zürich, 1948, S. 207 Nr. 14 und Taf. 39,14 (mit falscher Bestimmung, vgl. Münzfund- akten SLM Zürich, Münzverzeichnis St. Doswald, SFI-Code 261-05:1). 150) Sie finden sich im 15. (und 16.?) Jahrhundert in der ganzen Ost- und auch in der Innerschweiz. - Busskirch (Gde. Jona SG), St. Martin: 4 Ex. (15. Jh.); unpubl., vgl. Münzfundakten KA St. Gal- len, Münzverzeichnis H. von Roten / B. Zäch, SFI-Code 3335-01:11- 14; 1 Ex. abgebildet bei Grüninger, Irmgard: Grabungsbericht. In: Helbling, Anton (neubearb. Laura Helbling): Die Geschichte der ural- ten Pfarrei Busskirch am obern Zürichsee. Jona, 1976, S. 208-222, hierS. 219 Abb. oben (= 3335-01:14). - Winterthur ZH, Oberwin- terthur, Hohlandslr. 11: 6 Ex. (15./16.? Jh.); unpubliziert, vgl. Münzfundakten KA Zürich, SFI-Code 230-34. - Schwyz, St. Martin: 5 Ex. (15. Jh.); Doswald, Stephen: Mittelalterliche und neuzeitliche Münzen aus der Pfarrkirche St. Martin in Schwyz. In: SNR 67 (1988), S. 163-221, hier S. 185 Nr. 58-62. 151) Chur GR. Rabengasse 3-7: Haller (1422/24); Gredig, Arthur, in: Archäologie Graubünden (1992), S. 389 Abb. 7.4 (mit falscher Be- stimmung). - Zum Fundvorkommen der Luzerner Angster der ersten Hälfte des 15. Jhs. vgl. Zäch (1992 b), S. 147 und 148 Abb. 8. 152) Frommelt, Anton: Münzfund Vaduz 1957. In: JBL 57 (1957). S. 5-46, hier S. 36. Seine Folgerung auf Grund des einzigen ihm bekannten Fundstücks, «dass selbst nach der Währungszerrüttung am Bodensee [im 15. Jahrhundert] Churermünzen hier [in Liechten- stein] keinen Eingang fanden», wird damit hinfällig - ein schönes Beispiel für den fortwährenden Erkenntniszuwachs durch neue Münzfunde. 
Abb. 13: Einseitige Pfen- nige des 15. Jahrhunderts. a St. Gallen, Stadt. Angster (1. Viertel 15. Jahrhundert). FO: Mömlingen 19 b Luzern, Stadt. Angster (1430/40). FO: Schellenberg 6 c Zürich, Stadt. Haller (um 1425?). FO: Walenstadt 29 d Konstanz, Stadt. Pfen- nig (nach 1423). FO: Schellenberg 6 
f Baden, Markgrafschaft. Pfennig, Münzstätte Pforz- heim (nach 1409). FO: Schellenberg 6 g Speyer, Bistum. Pfennig (nach 1409). FO: Schellenberg 6 h Mainz, Erzbistum. Pfennig, Münzstätte Mil- tenberg (nach 1424). FO: Schellenberg 6 i Pfalz-Simmern, Graf- schaft. Pfennig, Münzstätte Simmern (nach 1431). FO: Schellenberg 6 e Ravensburg, Stadt. Pfennig (nach 1426). FO: Schellenberg 6 231
        

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