Das Umlaufgebiet der Heller erstreckte sich süd- wärts bis an den Bodensee und griff nach etwa 1330/40 auch auf die linksrheinischen Gebiete über. Zumindest zeitweise scheint die Nordost- schweiz zum Einflussgebiet des Hellers gehört zu haben.121 Lokale Prägungen in der Machart des Hellers sind aus schweizerischen Münzstätten je- doch nicht bekannt.122 Den Höhepunkt seiner Verbreitung erreichte der Heller im Bodenseegebiet in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts.123 Das Alpenrheintal gehörte zu den südlichsten Ausläufern des Hellergebiets und scheint relativ spät erfasst worden zu sein (Karte Abb. 8); erste Hellernennungen in schriftlichen Quellen stammen aus der Zeit um 1400.124 In den Funden ist die Vielfalt der verschiedenen Hellersor- ten (Prägungen von Schwäbisch Hall und Beizei- chenheller sowie späte Ausläufer) repräsentiert: - Schwäbisch Hall: Feldkirch 13, Mauren 17, Mels 18, Schellenberg 22 (Abb. 9 a), 
Triesen 25, Vaduz 28 - Augsburg: Bendern 10, Bad 
Ragaz 44 - Ulm: Bendern 9, Eschen 12 - Donauwörth: Bendern 9, Walenstadt 29 (Abb. 9 b) - Württemberg: Bendern 9 (Abb. 9 c) - süddeutsch (unbestimmte Münzstätten): Bendern 9 (Abb. 9 d) 
und 10, Schellenberg 22 - Frankfurt: Bendern 9 - Nürnberg: Bendern 9, Mauren 17 Am besten vertreten sind die Heller aus Schwä- bisch Hall, die zum Teil noch aus dem Ende des 13. Jahrhunderts stammen; verschiedene Beizei- chenheller aus Ulm, Augsburg, Donauwörth und der Grafschaft Württemberg kommen hinzu. Unter den Beizeichenhellern sind auch solche, die sich bisher keiner Münzstätte zuordnen lassen. Zu den späten Ausläufern der Hellerprägung gehören die Fundstücke aus Frankfurt (Ende 14. Jh.) und Nürnberg (nach 1457 bzw. 1470/73). Zeitlich sind die Nürnberger Heller bereits Teil des Kleingeldumlaufs im späten 15. Jahrhundert, der durch andere Pfennigsorten bestimmt wird. 
GOLDMÜNZEN: FLORENTINER GULDEN UND RHEINISCHER GULDEN Funde: 6, 7, 24, 34, 39, 40, 49 Goldmünzen stehen an der Spitze der Wertskala im mittelalterlichen Geldumlauf. Vor allem für Han- delszwecke und generell für die Bezahlung grösse- rer Summen verwendet, waren sie im Besitz von weit weniger Leuten als die kleineren und grösse- ren Silbermünzen. Sie gehörten nicht zum täg- lichen Geld und gingen nicht so leicht verloren. Dies gilt es bei der Betrachtung der Funde zu berücksichtigen. Die im Alpenrheintal gefundenen Goldmünzen sind klar in zwei chronologisch getrennte Gruppen zu unterteilen, die das mittlere 14. bzw. das späte 15. Jahrhundert umfassen. Goldmünzen des 14. Jahr- hunderts kommen ausschliesslich im Schatzfund von 
Vaduz 7 vor: Fiorino d'oro (Florenz) 
2 Ex. Liliengulden (Nachprägungen) 17 Ex. - Frankreich (Dauphine) 
1 Ex. - Ungarn 10 Ex. - Deutschland (Mainz, Pfalz) 4 Ex. - Österreich 
2 Ex. andere Gulden 
2 Ex. - Italien (Mailand) 
1 Ex. - Ungarn (Wappengulden) 1 Ex. Genovino d'oro (Genua) 
3 Ex. Zecchino (Venedig) 
2 Ex. Goldmünzen insgesamt 
26 Ex. Zu den beiden Goldgulden aus Florenz aus den Jahren 1305 und 1354(?)125 gesellen sich 17 frühe Nachprägungen des Florentiner Guldens (Lilien- gulden) aus verschiedenen Münzstätten nördlich der Alpen (Abb. 10 a-c), die aus der Zeit zwischen etwa 1325/42 (Liliengulden Ungarn) und 1360/65 (späteste Liliengulden Mainz) stammen. Daneben sind die anderen beiden wichtigen Goldmünzen- sorten Oberitaliens enthalten, der venezianische Dukat (Zecchino, 1343-1353) (Abb. 10 d) und der Genueser Gulden (Genovino, 1339-1344). Der Mailänder Goldgulden (1354- vor 1374) und der 224
        

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