Abb. 7: Grössere Silber- münzen des 14. Jahrhun- derts a Mailand, Herrschaft. Grosso (1329-1339), Rs. FO: Vaduz 7 b Tirol, Grafschaft. Meinhardzwanziger (1335-1341), Vs./Rs. FO: Vaduz 7 c Provence, Grafschaft. Sol couronnat (1382-1384), Vs./Rs. FO: Triesen 24 d Genua, Republik. Soldi- no (14. Jahrhundert, 1397?). FO: Vaduz 50 
Geldumlaufs beleuchten, sondern stehen je auch für verschieden wirksame, transalpine Einflüsse.116 Unter den Goldmünzen (Abb. 10 a-d) finden sich die in der Mitte des 14. Jahrhunderts gängigen Sor- ten: Florentiner Goldgulden zusammen mit nordal- pinen Nachprägungen verschiedener Münzstätten, Genueser Goldgulden und venezianische Dukaten. Herkunft und Zusammensetzung bezeichnen die für die Grafschaft Vaduz im 14. Jahrhundert wich- tigen alpinen Verbindungen: nach Osten über den Arlberg und nach Süden über die Bündner Pässe. Durch die ungarischen und österreichischen Gul- den, die die Hälfte der 26 Goldmünzen ausmachen, ist die Arlberg-Route klar hervorgehoben. Bei den Silbermünzen (Abb. 7 a, b) fällt die verhält- nismässig grosse Anzahl der Tiroler Meinhard- zwanziger (Kreuzer) auf. Der Schatzfund von Va- duz ist ein ungewöhnlich frühes Beispiel für die Verbreitung der Tiroler Zwanziger nördlich der Alpen; mir ist nur ein einziger Schatzfund des 14. Jahrhunderts bekannt (Schongau/Bayern, ver- graben nach 1355/65), der ebenfalls Zwanziger in grosser Zahl (1294 Meinhardzwanziger und 23 oberitalienische Beischläge bei insgesamt 3820/ 30 Münzen) enthält.117 Sonst erscheinen sie im süd- deutschen Raum erst in Funden, die im Verlaufe des 15. und zu Beginn des 16. Jahrhunderts ver- graben wurden. Dass zusammen mit den Zwanzi- gern auch oberitalienische Grossi im Vaduzer Fund auftreten, dürfte darauf zurückzuführen sein, dass die Zwanziger ihren Weg nach Vaduz über Oberita- lien und die Bündner Pässe, also von Süden her, ge- funden haben. DER HELLER ALS ÜBERREGIONALE MÜNZSORTE Funde: 9, 10, 12, 13, 17, 18, 22, 25, 28, 29, 44 Von den Münzsorten des 13. und 14. Jahrhunderts mit überregionaler Verbreitung war der Heller die wohl erfolgreichste. Seit dem 12. Jahrhundert in Schwäbisch Hall geprägt, erlebte er, als leichter und relativ geringhaltiger Pfennig (500/1000 fein) geprägt, im 13. Jahrhundert einen gewaltigen Auf- 222
        

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