DIE MÜNZFUNDE AUS DEM 6. BIS 12. JAHBHUNDEBT DIE MEROWINGISCHE ZEIT: 6. BIS 8. JAHRHUNDERT Funde: 30, 52 Aus dem Alpenrheintal sind zwei Funde mit Mün- zen des 6. bis 8. Jahrhunderts bekannt.58 1916 wurde auf einem Acker bei 
Wangs 52, zusammen mit einem nierenförmigen Anhänger mit Goldfili- granauflage, ein Triens gefunden (Abb. 2 a).59 Es handelt sich um eine Imitation, wahrscheinlich aus Südfrankreich, nach einem Münztyp des byzantini- schen Kaisers Justinian I. (526-565); ähnliche Prä- gungen kennt man aus dem ganzen west- und ost- gotischen Gebiet, wo sie für den lokalen Geldver- kehr hergestellt wurden. Der nächste Vergleichs- fund ist ein aus dem östlichen Frankreich (viel- leicht Burgund) stammender Triens, ebenfalls eine Imitation auf den Namen Justinians I., der in der Abb. 2: Münzen des 6. und 8. Jahrhunderts a Südfrankreich? Triens (Mitte bis 2. Hälfte 6. Jahrhundert), Vs./Rs. FO: Wangs 52 b Langobardenbereich, Liutprand (712-744). Triens, Vs./Rs. FO: Wartau 30 
Nähe von Chur gefunden wurde.60 Beide Münzen weisen auf Westbeziehungen des Alpenrheintals im mittleren 6. Jahrhundert hin. Ein bedeutsamer Beleg für die südlichen Verbin- dungen im 8. Jahrhundert ist hingegen der Fund von 
Wartau 30 (Abb. 2 b). Die beiden Trienten des langobardischen Herrschers Liutprand (712- 744),61 1985 bei Grabungen auf dem Ochsenberg entdeckt, setzen eine Reihe von Funden langobar- discher Münzen des 7. und 8. Jahrhunderts fort, die alle die Bündner Alpenverbindungen, insbeson- dere die Lukmanier-Route, betonen: Neben einen weiteren Triens des Liutprand aus Disentis62 sowie die drei Liutprand-Trienten aus dem berühmten Schatzfund von Ilanz (1904)63 treten verschiedene Trienten des 7. Jahrhunderts aus Arbedo-Castione TI, Ruschein GR, Sagogn-Schiedberg GR und Ta- rasp Schloss GR;64 aus dem Gebiet nördlich des Al- penrheintals ist ein als Fibel eingefasster Abguss eines Trienten vom Ende des 7. Jahrhunderts aus Stein a. Rh. SH bekannt.65 Die engen Beziehungen des Alpenrheintals zu Oberitalien spiegeln sich nicht nur in den Münzfun- den, sondern auch im übrigen archäologischen Fundstoff bereits im 6. Jahrhundert. Als Beispiel sei nur die nach dem langobardischen Raum wei- sende Ausstattung zweier Gräber in der Kirche St. Peter und Paul in Mels angeführt.66 DIE KAROLINGISCHE ZEIT: 9./10. JAHRHUNDERT Funde: 5, 9 Für die karolingische Zeit sind im Untersuchungs- gebiet ein kleiner Schatzfund 
(Lauterach? 5) und ein Grabungsfund 
(Bendern 9) zu verzeichnen. In der Pfarrkirche 
Bendern 9 fanden sich ein nach der Münzreform 793/94 geprägter Denar Karls des Grossen aus Pavia67 sowie ein Mailänder Denar vom sogenannten Christiana-Religio-Typ (so be- nannt nach der Umschrift) auf den Namen Ludwigs des Frommen (822/23-840).68 Dazu sind drei Ver- gleichsfunde aus Graubünden zu nennen: Bei Gra- 212
        

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