GRAF HARTMANN SOL ZE TAIL WERDEN VADUTZ ROGER SABLONIER Stütze Österreichs im rätischen Gebiet darstellte, und von da her wird geschlossen, dass Donat von Vaz als eingefleischter Gegner des Bischofs zu den wichtigsten Anhängern König Ludwigs gehört habe. Muraro zufolge lässt sich diese These jedoch keineswegs stützen. Der Vazer profitierte von zeit- weise gutem Einvernehmen mit Habsburg genauso wie der Bischof.63 Donat von Vaz hatte in Bologna kanonisches Recht studiert und sollte ursprünglich eine geistliche Laufbahn einschlagen, musste aber nach dem vor- zeitigen Tod seines Bruders Johann im Jahr 1300 die Rechtsgeschäfte des Hauses Vaz übernehmen. Weder Donat noch seine bischöflichen Widersacher schreckten seit Beginn der 20er Jahre im Streit um Besitz, Rechte und Lehen vor offener Gewalt zurück. Es kam zu gewalttätigen Fehdehandlungen und zu einer Niederlage des Bischofs in der Nähe von Filisur. Der Vazer sei, so wird berichtet, an- schliessend raubend und brennend über Stiftsgüter hergefallen. Bischof Rudolf von Montfort resignier- te und übergab sein Amt dem Konstanzer Johann Pfefferhard; der Montforter blieb aber weiterhin Bischof in Konstanz.64 Die finanziellen Kriegsfolgen versuchte das Hochstift seit 1325 mit Verkäufen und Verpfändungen zu mildern. Dabei kam auch Donat von Vaz zum Zuge, doch ist lediglich die Wichtigkeit, nicht aber der genaue Umfang und die Lage der verpfändeten Güter nachweisbar.65 Am 22. April 1333 gaben die Werdenberger Brüder Hartmann (III.) und Rudolf (IV.) gemeinsam mit dem Bischof von Chur, dem Abt von Disentis und anderen Verbündeten ein Versprechen gegenüber den Herren von Rhäzüns ab: Die Rhäzünser sollten 1000 Mark Silber erhalten für ihre Beteiligung an einem 
Bündnis einandren ze ratende und ze hel- fende mit übe und mit guote wider aller menliche, an wider die, die wir mit namen ze beiden siten us- bescheiden.bb Das Bündnis wurde zeitlich bis zum 11. November 1337 limitiert. Es war offensichtlich gegen Donat von Vaz gerichtet; die Verbündeten versprachen den Rhäzünsern die Feste Friberg, falls sie gewonnen werde. Die Herrschaft Friberg wie auch die Grafschaft Laax waren damals als habsburgische Lehen im Besitz des Vazers. Donat 
von Vaz erhielt Unterstützung von den Schwyzern, welche aber von Rittern unter Führung eines Rhäzünsers unter grossen Verlusten geschlagen wurden.67 Donat, der letzte männliche Vertreter des Adelsge- schlechts der von Vaz, starb entweder am 23. April 1337 oder 1338.68 Die Bereinigung der vazischen Konflikte begann 1335 und dauerte noch lange an, über seinen Tod hinaus: Im Frühjahr 1335 lösten Dienstleute des Vazers auf der Burg Rhäzüns ihren Mitstreiter Hans Streif für die hohe Summe von 350 Mark aus der Gefangenschaft.69 1336 verheira- tete Donat von Vaz seine Tochter Kunigunde mit Friedrich V. von Toggenburg, was (so Muraro) ei- nem geschickten Schachzug gleichkam, weil Donat von Vaz mit den Toggenburgern seit Ende der zwanziger Jahre zerstritten war und auf diesem Wege die Verhältnisse bereinigte.70 Dass dann ein Jahr später die Verheiratung der zweiten Tochter des Vazers, Ursula, mit Rudolf IV. von Werdenberg- Sargans auch einen Friedensschluss mit den Wer- denbergern bedeutete, ist anzunehmen. Jedenfalls lösten die beiden Vazer Schwiegersöhne am 8. März 1338 
ihren lieben oehaim Vogt Ulrich III. von Matsch (ein Cousin der Vazer Schwestern) ge- gen 700 Mark aus rhäzünsischer Gefangenschaft. Die Fehde mit den Rhäzünsern soll so auf die vazi- 60) LUB 1/5, Nrn. 232-234, S. 286-289: Am 26. Juni 1331 wird Rudolf von Ritter Rudolf von Ramsberg vor seinem Bruder Hart- mann als Zeuge genannt, während noch vier Tage früher in Rotten- burg am Neckar Hartmann zuerst genannt ist. 61) Muraro, Vaz, S. 26-29. 62) Vgl. etwa Mayer, Chur, S. 338/39. 63) Muraro. Vaz, S. 148 u.156. 64) Mayer, Chur, S. 340/41. 65) Muraro, Vaz, S. 147. 66) RU, Nr. 14. 67) Muraro, Vaz, S. 86 u. 150/51. 68) Muraro, Vaz, S. 12 u. 154. 69) RU. Nr. 15. 70) Muraro, Vaz, S. 149 u. 154; schon die Fehde mit den Rittern von Aspermont habe Donat von Vaz damit gelöst, dass er Ulrich von As- permont seine Schwester Margaretha zur Frau gab, ebd., S. 145/46. 17
        

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