DR. MED. RUDOLF SCHÄDLER 1845 BIS 1930 RUDOLF RHEINBERGER sig an den Ausschusssitzungen teil, die meist in Vorarlberg abgehalten wurden. Mehrere Aus- schusssitzungen fanden bis zum ersten Weltkrieg auch in Vaduz statt. Rudolf Schädler befand sich auch unter den Initian- ten zur Gründung eines liechtensteinischen Alpen- vereins. Der Verein wurde am 25. März 1909 ge- gründet und schloss sich dann als «Sektion Liech- tenstein» dem Deutschen und Österreichischen Al- penverein an.182 Am 23. Mai 1909 konstituierte sich der Verein und nahm die Vorstandswahlen vor. Er- ster Präsident wurde Dr. Rudolf Schädler, sein Stellvertreter Egon Rheinberger.183 Der Alpenverein baute und markierte zahlreiche Bergwege. Er gab im Jahre 1912 die erste «Weg- und Touristenkarte von Liechtenstein» heraus, welche von Egon Rheinberger gezeichnet worden war und in Leipzig gedruckt wurde.184 Die erfreuliche Entwicklung des Alpenvereins in den ersten Jahren wurde jäh un- terbrochen durch den Ersten Weltkrieg. Präsident Dr. Rudolf Schädler nahm dann im Jahre 1921 die Vereinsarbeit wieder auf, und bald hatte er die al- ten Mitglieder wieder aktiviert. 1923 übergab er den Vorsitz an den Landrichter Dr. Julius Thurnher. Auf den 1. September 1910 gaben die Brüder Dr. Rudolf und Dr. Albert Schädler nach 40jähriger Praxis die Beendigung ihrer ärztlichen Tätigkeit bekannt.185 Rudolf war jetzt 65, sein Bruder Albert 62 Jahre alt. Beide erfreuten sich noch bester Ge- sundheit und beide dachten noch nicht daran, ihr weiteres Leben in Untätigkeit zu verbringen. Rudolf konnte sich nun noch mehr seinem Lieb- lingskind, dem «Landwirthschaftlichen Verein» und der Redaktion der «Mitteilungen des liech- tenst. landwirthschaftlichen Vereins» widmen. Auch für die Leitung und den Ausbau des Kurbe- triebes in Gaflei stand ihm jetzt mehr Zeit zur Ver- fügung. Schon im Jahre 1913 war wegen der herrschenden Futtermittelnot, bedingt durch Missernten, eine landschaftliche Notstandskommission ins Leben gerufen worden, welcher die Aufgabe zufiel, Fut- termittel anzukaufen und diese an die Bauern wei- terzuleiten. Als Präsident dieser Kommission wur-de 
auf Antrag der Regierung Dr. Rudolf Schädler bestellt. Die Erfahrungen der Notstandskommis- sion kamen dann auch der Organisierung der Not- standsmassnahmen in den folgenden Kriegsjahren 1914-1918 zugute.186 Der «Landwirthschaftliche Verein» arbeitete zuhanden der Regierung und des Landtags Vorschläge für die erforderlichen Not- standsaktionen aus. Diese umfassten - solange es überhaupt noch möglich war - Mehlkäufe, Beschaf- fung von Saatgetreide und Saatkartoffeln. Andere Massnahmen folgten. Der «Anbau von Lebensmit- teln» wurde in «möglichst grösster Ausdehnung» gefördert.187 Jetzt musste die durch Jahrzehnte ver- folgte einseitige Förderung der Viehzucht wieder ausgeglichen werden. Dies gelang zwar langsam, aber mit steigendem Erfolg. DIE NACHKRIEGSZEIT Das Kriegsende zog in Liechtenstein, wie in Öster- reich, die totale Geldentwertung nach sich. Auch Dr. Rudolf Schädler verlor sein ganzes, nicht unbe- trächtliches Vermögen. Doch war den Brüdern Schädler das Kurhaus und die Alpe Gaflei geblie- ben. Der Betrieb war zwar während des Krieges fast ganz zum Erliegen gekommen, doch Rudolf Schädler machte sich mit aller Energie an die Reor- ganisation und die Umstellung auf die neuen Ver- hältnisse und im Laufe von wenigen Jahren war Gaflei wieder ein gutgehender Betrieb, wenn auch das Vorkriegsvolumen nicht mehr erreicht wurde. Als im Jahre 1920 die «Bank in Liechtenstein» ge- 180) LVolksblatt, 1. April 1898. 181) LVolksblatt, 28. Juli 1905. 182) «75 Jahre Liechtensteiner Alpenverein», Schaan, 1984. 183) LVolksblatt, 28. Mai 1909. 184) FamARh, R. 185) LVolksblatt, 12. August 1910. Im Oktober 1910 eröffnete Dr. • Felix Batlincr aus Eschen eine ärztliche Praxis in Vaduz. Er war zum Landesphysikus ernannt worden, nachdem er in Wien die Physikats- prüfung abgelegt hatte. (LVolksblatt 27. 5. 1910). 186) LVolksblatt, 13. Febr. 1915. 187) LVolksblatt, 29. Sept. 1916. 195
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.