Das Ehepaar Dr. Rudolf und Maria Schädler um 1900 Im Sommer 1895 gab es eine Neuerung. Das Kur- haus Gaflei konnte die Eröffnung des neuen «Kur- saales» anzeigen. Gaflei hatte 1894 den Besitzer gewechselt. Der neue Besitzer Ing. Karl Schädler trieb den Ausbau zu einem modernen Kurhaus rasch voran. Dem erwähnten Saalgebäude von 1895 folgten 1896/97 der Bettenbau Süd und 1898 der Bettenbau Nord (Waldbau) mit zusammen 100 Betten. Bald war das Kurhaus jeden Sommer voll besetzt. Die Leitung hatten der Besitzer Ing. Karl Schädler und sein Bruder Dr. Rudolf Schädler inne. Die Saison dauerte jeweils von Pfingsten bis Ende September. Es war damals üblich, die ganze «Som- merfrische» am gleichen Ort zu verbringen und sie auf 3-4 Wochen zu erstrecken. Gelegenheit zu ein- fachen Spaziergängen, wie auch zu kleineren und grossen Bergtouren war genügend vorhanden. Sehr beliebt waren die sogenannten Molkenkuren. Man trank täglich früh am Morgen ein bestimmtes Quantum «Molke», die nach der Entrahmung und nach der Ausfällung des Caseins übrigbleibende Flüssigkeit der Milch, bei uns «Schotta»175 genannt. Dr. Rudolf Schädler war regelmässig mehrmals wö- chentlich im Hause und erteilte ärztlichen Rat. Man kann somit von einem ärztlich geleiteten Kurbe- trieb sprechen. Dies trug nicht zuletzt zur Beliebt- heit von Gaflei bei den Gästen bei. Von grosser Bedeutung für Gaflei war die Erstel- lung des Fürstensteigs in den Jahren 1897/98. Da-mit 
setzte ein bedeutender Touristenstrom von Feldkirch über die Drei Schwestern, die Kuhgrat- spitze und den Fürstensteig nach Gaflei ein. Träger der Erbauung des Fürstensteiges waren Fürst Jo- hann IL, Ing. Karl Schädler und die Sektion Vorarl- berg des Deutschen und Österreichischen Alpen- vereins gewesen, wobei der Fürst die Hauptlast, nämlich das Stück durch den Gipsberg übernom- men hatte.177 Gaflei war damit zu einem Anziehungspunkt für viele geworden. Auch Fürst Johann II. wollte an- lässlich eines Jagdausfluges den Fürstensteig und das neuerbaute Kurhaus Gaflei sehen. Das «Liech- tensteiner Volksblatt» berichtet darüber: «Tags darauf unternahm der Fürst, vom schönsten Wet- ter begünstigt, einen Ausflug ins Gebirge, wurde in Gaflei von den Herren Ingenieur Schädler und Dr. Rudolf Schädler empfangen und fuhr nach ein- genommenem Gabelfrühstück gegen Bargella, wo ... eine kurze Treibjagd veranstaltet wurde. Sei- ne Durchlaucht kamen zwar nicht zu Schuss, sahen aber eine grosse Anzahl Gemsen, Hoch- und Reh- wild. Von Bargella begaben sich Seine Durchlaucht zu Fuss durch die Alpe Garsella zur Ausmündung des Fürstensteiges, passierten denselben innerhalb der Zeit von einer halben Stunde und machten neu- erlich in Gaflei Halt, um das neuerbaute Waldhaus dortselbst zu besichtigen, welches Seiner Durch- laucht sehr gut gefiel.»178 192
        

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