DR. MED. RUDOLF SCHÄDLER 1845 BIS 1930 RUDOLF RHEINBERGER s-1* Das Kurhaus Sücka nach dem Umbau vom Jahre 1888 im Juni 1892 übernommen worden war. Empfoh- len wurde der Aufenthalt «allen, welche einer Er- holung und körperlichen Stärkung bedürftig sind».172 Dazu wird allerdings bemerkt, dass Lun- genkranke im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit nicht aufgenommen werden. Man sieht aus dieser Einschränkung den Einfluss des mitbe- teiligten Arztes, der damit die Ansteckungsgefahr unter den Kurgästen verringern wollte. Kann man hier vielleicht gar schon von einer ärztlich geleite- ten Kuranstalt sprechen? Wenn man die Bemer- kung Grete Gulbranssons kennt, darf man die Fra- ge bejahen. Grete Gulbransson schreibt zum 60. Doktorjubiläum Rudolf Schädlers: «Monatelang ist er, bevor er seine Praxis begann, um 4 Uhr mor- gens auf Sükka gelaufen, hat dort gefrühstückt und war um sieben wieder wie neugeboren zuhaus und für jede Leistung gestählt.»173 Das Kurhaus Sücka hatte eine mangelhafte Trink- wasserversorgung. Daher liess die Gemeinde Trie- senberg vom Stachler auf der anderen Talseite eine Wasserleitung nach Sücka legen. Die «Brunnenfei- er», die feierliche Eröffnung der «Hochquellenlei- tung», fand dann unter Mitwirkung der Triesner Blechmusik am dritten Julisonntag 1893 statt. Da- mit wurde einem Mangel abgeholfen, «welcher mit Errichtung eines Kurhauses um so fühlbarer wur- de, als ein gutes Trinkwasser zu den ersten Bedin- gungen einer Heilanstalt gehört».174 Im folgenden Jahr 1894 übernahm die selbe Pächtergemein- schaft auch noch das «Kurhaus» Gaflei, das damals nur aus einem Wohn- und Stallgebäude bestand. Die Pensionspreise betrugen sowohl für Sücka als auch Gaflei pro Tag 1.60 fl bis 2.- fl.175 Auch für Un-terhaltung 
wurde gesorgt. So fand auf Gaflei im Juli 1894 eine «Produktion» der Schaaner Blechmusik statt und im Kurhaus Sücka war zum Kehraus im September eine Tanzunterhaltung angesagt. Der früheste Beleg dafür, dass in Gaflei Kurgäste aufgenommen wurden, findet sich in einem «Ver- zeichnis der Kurgäste».1753 Das Verzeichnis beginnt mit dem Jahr 1875 und weist für dieses Jahr 17 Kurgäste aus. Die Zahl der Gäste steigt dann konti- nuierlich von Jahr zu Jahr, bis sie 1883 ein halbes Hundert erreichte. Dies war wohl die obere Grenze der damaligen Kapazität des Kurhauses. 163) LVolksblatt, 27. Okt. 1905. 164) Die Photographie ist im Besitze von Frau Edeltraud Rheinber- ger-Hartmann, Vaduz. 165) LVolksblatt, 27. Okt. 1905. 166) LLA, Landtagsakten, Protokoll d. Sitzung vom 16. Mai 1870. 167) LLA, Landtagsakten, Protokoll vom 20. Juni 1881. 168) LLA, P. A. Schädler 1. Brief d. fürstl. Domänenverwaltung vom 5. Feb. 1909. 169) Freundl. Mitteilung von Dr. Walter Oehry, Bendern. 170) S. E. Bucher in «Heimelige Zeiten» Nr. 6, 1987. 171) Die Pläne stammten von Landestechniker P. Rheinberger. 172) LVolksblatt, 10. Juni 1892. 173) Vorarlberger Tagblatt, 4. Sept. 1929. 174) LVolksblatt, 18. Aug. 1893. 175) LVolksblatt, 15. Juni 1894. 175a) LLA, PA Schädler. 2. «Molken und Luftkuranstalt auf der Alp Gaflei, Verzeichnis der Kurgäste». 191
        

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