LIECHTENSTEINISCHE KERAMIKFUNDE DER EISENZEIT / ARCHÄOLOGISCHE ASPEKTE / BILL VERGLEICHE UND INTERPRETATION Lediglich vereinzelt haben wir vorangehend auf die Vergleichsanalysen von Eschen «Schneller» hinge- wiesen. Es hat sich dabei gezeigt, dass der Proben- umfang zu klein ist, um genaue Aussagen zu erhal- ten; sicherlich genügt er aber zur Bestätigung von in Form, Verzierung und Tonanalyse gleichartigen Töpfen wie z. B. bei der Illtal-Importkeramik (FL 190 und FL 191). Die weiteren Töpfe der Stufe 2 (Tafel 16) zeichnen sich wie in Balzers durch eine Vielzahl von Magerungstypen aus. Zu bemerken ist aber, dass bei drei Proben (FL 183, FL 188 und FL 189) Prasinit-Magerungsanteile vorkom- men. Bei den der Stufe 3 zugeordneten Gefässen (Tafel 17) überwiegen wie in Balzers die Schüsseln. Auch dabei ist wieder festzustellen, dass Gneis-Ma- gerungen die Mehrzahl einnehmen, aber ein merk- licher Anteil von vier Proben (FL 174, FL 173, FL 171 und FL 170; Reihenfolge entsprechend ab- nehmender Serpentinit-Anteile) Serpentinit-Mage- rung besitzen. Eine gewisse Analogie zum Befund in Balzers ist also auch hier festzustellen. Die Pro- ben der Stufen 5 bis 7 (Tafel 18) sind zwar selektiv ausgewählt, aber dennoch in kleiner Anzahl er- folgt. Bis auf eine Probe mit komplexer Serpentinit- Magerung (FL 169) sind alle mit den Typen der Gneis-Magerung versehen. Bei den zeitlich nicht näher bestimmbaren Töpfen (Tafel 19) sind deren drei mit Serpentinit-Magerung, wobei FL 196 und FL 197 mindestens spätbronzezeitliche Keramik- tradition in allen Belangen aufweisen. Die Untersuchung hat eindeutig gezeigt, dass auf beiden Fundstellen ähnliche Tendenzen der Kera- mikproduktion festzustellen sind. Die während der Spätbronzezeit sich entwickelnde Tradition der Magerung von Ton mit einem merkbaren Serpenti- nit-Anteil reicht weiter in die Eisenzeit, auch wenn sie dort nicht mehr so dominant zu sein scheint. Wir können dies allerdings nicht verbindlich sagen, da wir aus der Spätbronzezeit nur anhand von aus- gewählten Proben aus einer Vielzahl von Fundor- ten zu einer tendenziellen Beschreibung der Pro- duktion kommen (Maggetti, Stauffer, Waeber 1982), in Balzers durch die Vielzahl der Proben 
aber sicherlich einen gültigeren Querschnitt durch die gesamte an Ort verwendete Produktion erfas- sen. Es hat sich aber deutlich gezeigt, dass vor al- lem in den Stufen 2 und 3 auch Keramik von aus- wärts bezogen worden ist. Dies betrifft die eindeu- tig lokalisierbare Illtal-Keramik, aber auch die im Rheintal als Basis kaum vorstellbare Prasinit-Ma- gerungskomponente. Woher das sehr zierliche und auffallend verzierte Schüsselchen FL 105 stammt, ist ungeklärt, doch zeigt auch hier die Analyse, dass es sich um einen Spezialfall handelt. Wie weit Ton mit Bündnerschiefer-Magerung lokal gewon- nen werden konnte oder ob eventuell Gefässe aus dieser Grundmasse auf einem regionalen «Chache- li»-Markt zu erstehen waren, ist vorderhand noch nicht klar. Auffällig ist auch der relativ geringe An- teil von Gefässen aus Tonen, die mittels Schamotte gemagert worden sind (FL 14 und FL 44 in Stufe 3, FL 153 und FL 163 in Stufe 5). Plan 1: Balzers «Areale Foser und Kaufmann». Verbreitung der Keramik- funde, M 1:75 Dieser Plan ist am Schluss der Publikation eingelegt. 93
        

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