in Stufe 1). Wir können sogar so weit gehen und behaupten, dass wir nicht entscheiden können, ob die Schüsseln FL 67 und FL 32 - obschon aus ver- schiedener Grundmasse geschaffen - nicht von der gleichen Person getöpfert worden sind. Eine Gruppe von drei weiteren, unverzierten Schüsseln, von denen zwei aus Grab 6 in Balzers stammen, sind monoton mit Serpentinit gemagert. Sie leiten über zur Mehrzahl der 10 Schalen (Tafeln 3 + 5). Von diesen sind sieben mit Serpentinit-Ma- gerung versehen. Die weite Schale mit gekerbtem Rand (FL 112) ist mit feinem Gneis und etwas Am- phibolit gemagert. Bei den sieben Henkelkrügen/Henkeltassen zeigt sich punkto Magerungstyp ein breiteres Spektrum, wobei dennoch deren vier grundsätzlich eine Gneis-Magerung aufweisen. Auffällig ist der pla- stisch am reichsten verzierte Krug FL 63, der eine monotone Serpentinit-Magerung besitzt. Mit klei- ner Randschneppe und Kerbleisten erinnert dieser Krug noch an seine älteren Vorfahren. Ähnlich ver- hält es sich mit der urtümlich plastisch verzierten Schüssel FL 34 aus Grab 8, die ihrerseits eine «Ver- wandte» auf Schaan «Krüppel» (Maggetti, Stauffer, Waeber 1982, Me 364) besitzt; beide sind wieder- um aus Ton mit Serpentinit-Magerung geschaffen. Bereits früher wurde auf die aus dem Rahmen fal- lende Schüssel FL 54 aus Balzers aufmerksam ge- macht (Bill 1984). Die über 10 Vol % Magerungs- komponente an Amphibolit gilt als charakteristisch für Ton aus dem llltal. Der Zuordnung der charak- teristisch verzierten Schüssel zur Stufe 2 steht heu- te nichts im Weg. Neben den Exemplaren vom «Schneller» (FL 191 und 192) sind auch drei Scher- ben vom Montlingerberg (Steinhauser 1989, Nr. 517, 564 und 574) und zwei von Fläsch Luziensteig (Conradin 1978, Abb. 62, 13) bekannt. Wenn solche Analysenresultate vorliegen, ist man immer versucht, diesen eine kulturhistorische Be- deutung zu geben. Auch bei der relativ grossen Probenzahl ist der Vergleich in zeitlicher und räumlicher Dimension nur beschränkt. Wir müssen uns bewusst sein, dass die Resultate für Balzers gelten und nicht von vornherein auch auf andere Fundplätze übertragen werden können. Gerade 
dies zeigt aber auch deutlich, dass die Keramikstu- dien erst am Anfang sind und wir mit dieser gros- sen Probeserie noch immer Pionierarbeit leisten. Während der Zeitepoche, welche mit Stufe 2 um- schrieben wird, wurde offenbar in Balzers Keramik benutzt, die aus den verschiedenartigsten Tonsub- stanzen gefertigt worden ist. Bei den Schalen wur- den vorwiegend Produkte gebraucht, die aus Ton mit Serpentinit-Magerung geformt worden sind und lokaler Tonbearbeitungstradition folgten. Bei den Schüsseln kommt der Ton mit Bündnerschie- fer-Magerung und einer speziellen Innenbehand- lung zur Erzielung einer charakteristischen Dünn- wandigkeit vor. Die Kratztechnik ist aber auch bei jenen Töpfen bekannt, welche aus mit Gneis-Mage- rung versehenem Ton gemacht worden sind. Dies ist aber nicht der Fall bei jenen, die aus Ton mit Serpentinit-Magerung bestehen. Vorläufig können wir noch nicht entscheiden, ob ein mit Serpentinit- Magerung versehener Ton diese Technik nicht er- laubt oder ob es sich hier einfach um verschiedene Töpfertraditionen handelt, die je nach Herkunft der Herstellung und der Tonlagerstätten ändern. Ge- wiss spielen hier auch die feinen stilistischen Un- terschiede des Einzelindividuums eine grosse Rol- le, doch haben wir dazu einfach noch eine zu ge- ringe Materialübersicht. Wir können aber getrost davon ausgehen, dass mindestens die in Form und Verzierung schon auffallende Schüssel FL 54 als Fertigprodukt nach Balzers kam. Auch unter den übrigen, nichtkeramischen Funden, die hier nicht eingehend behandelt werden, sind zum Teil weit- reichende transalpine Verbindungen zu postulieren (Bill 1986). Deshalb wird es auch nicht verwun- dern, wenn sich Gefässe verschiedener Provenienz im Gräberfeld von Balzers finden lassen. Betrachtet man nun das Keramikspektrum, das wir der Stufe 3 zuordnen, so schwindet das für Stufe 2 gewonnene Bild der Tonvielfalt. Wieder sind die Schüsseln zahlenmässig am stärksten vertreten. Eine kleine Gruppe von vier Töpfen sticht durch seine Verzierung heraus. Zwischen Kreisaugen- stempeln verläuft entweder eine gerade oder bo- genförmige Linie, die Schnureindrücke imitiert (Ta- fel 7). Stratigraphisch sind die beiden Gräber, in 90
        

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