BAUGESCHICHTLICHES ZUM HAUS NR. 12 IN SCHELLENBERG / PETER ALBERTIN Zusammenfassung der baugeschichtlichen Entwicklung in Typologie und Eigenheiten30 BAUETAPPE I, dendrodatiert 1518 Klassischer zweigeschossiger Kantholz-Blockbau in Nadelholz auf eichenem Schwellenkranz mit teil- weise nur unregelmässig durchstossendem Zwi- schengwett; im Erdgeschoss Stube, Nebenstube und quergestellte Rauchküche ohne Kamin, teilwei- se bis zum First offen (Abb. 5); im Obergeschoss analog grosse Kammer und kleine Kammer, über Küche Raum offen bis zum First; Traufseite Süd- west mit Eingangslaube; an Traufseite nordost Lau- be oder Ökonomieanbauten; Erschliessung durch je eine Haustür traufseits direkt in die Küche; mit Leiter aus Küche ins Obergeschoss; Raumhöhen 180 bis 190 cm; Türöffnung im Erdgeschoss mit 140 cm lichter Höhe; Türblätter fehlen; Kammer- fenster mit Kielbogensturz, im Licht 55x47 cm; oberster Block-Kranz und Dachstuhl fehlen; alles Holzwerk roh belassen. BAUETAPPE Ib Das Wohnhaus wird als Fahrhabe verschiedentlich abgebaut und neu erstellt. BAUETAPPE II, dendrodatiert 1687 Der Blockbau I wird abgebaut und analog neu er- richtet; Küche ohne Kamin, teilweise offen bis zum First; von 1687 erhalten geblieben sind eine Tür vom Obergeschoss durch die Nordostfassade, im Licht 75x130 cm, und ein den Blockbau abschlies- sender Gebälkkranz mit Deckennuten und Dach- stuhlblattsassen; der 1687 neuerstellte Dachstuhl lässt sich rekonstruieren als stehende Konstruktion für Legschindeldeckung, einige Hölzer sind erhal- ten. BAUETAPPE III, dendrodatiert 1793/94 Wiederaufbau des Blockbaues I am heutigen Stand- ort; Stube, Kammer und Laube Südwest liegen über 
einem in Lehmmörtel und Rüfesteinen gesetzten Keller mit Aussenabgang vor der Südostfassade und Innenabgang aus der Westecke der Nebenstube; der Schwellenkranz und die Ostecke des Blockbaues werden unkonventionell korrigiert; Treppe oder Leiter ins Obergeschoss; aus Küche Kamin bis übers Dach; stehender Dachstuhl unter ziegelgedecktem Sparrendach mit Neigung 38°; in Kammern neue Dielenböden und -decken auf Unterzügen; zu den Wohnräumen unechte Butzenfenster mit Flügel- grössen von 60 X 92 cm in Doppelfenstern (Abb. 42); in Stube Eckbank entlang ganzer Südwest- und Südostwand, eingebautes Büffet; an Südostfassade Zugläden zum Erdgeschoss; Giebelfeld verbreitert; an Nordostfassade verschiedene Ökonomieanbau- ten, im Laufe der Zeit verschiedentlich verändert. BAUETAPPE lila, dendrodatiert um 1832 Der Nordwestfassade des Blockbaues wird ein zweigeschossiger Mittelstud eingebunden; ebenso erhält die Südwestfassade im Küchenbereich zwei über beide Geschosse reichende Wandständer, gleichzeitig in beiden Geschossen als Türpfosten dienend; Erneuerungen an der Laube. 25) Im Liechtensteinischen Landesarchiv. Die Rentamtsabrechnun- gen der Jahrgänge 1750 bis 1921 erweisen sich mit ihren die fürst- liche Ziegelei Nendeln betreffenden Abrechnungen als wertvolle Quelle baugeschichtlicher Arbeiten, sind aber zur Zeit noch be- schränkt aufgeschlüsselt. 26) Unsere sachdienliche Archivalieneinsicht ist nur beschränkt und ungenügend. 27) «Baumried» fehlt auf der Flurnamenkarte Schellenberg von 1988. 28) Michael Biedermann fehlt im Stammbaum von Fridolin Tschug- mell, doch dürfte er zum aktuellen Familienstamm gehören, liegt doch der ihn betreffende Kaufvertrag im Familienarchiv. 29) F. Tschugmell nennt im Stammbaum Biedermann 1829 und 1839 als Todesjahr für Johann Biedermann. Im Kaufvertrag von 1814 und späteren Schriften wird aber seine Ehefrau Katharina Mayer bereits als Witwe bezeichnet. 30) JBL 87, S. 114 ff. 81
        

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