Abb. 16: Küche, Nordwest- wand mit Mittelstud Nr. 20, Richtung West SPATERE STRUKTURANDERUNGEN AM RLOCKRAU geben sich durch ihr Abweichen von der klassi- schen Fügetechnik zu erkennen und wurden wohl durch Bauschäden nötig. Zur Ostecke des Wohnhauses fehlt im Bereiche des Erdgeschosses der Gwettstrick, an dessen Stelle sind die Blockhölzer mit verjüngten Enden in einen genuteten Eckständer eingefügt (Abb. 9 und 14). Der Eckständer ist als Nr. 46 mit 1516 (?) dendro- datiert, in seiner jetzigen Funktion also wohl zum zweitenmal verwendet. Eine auch andernorts zu beobachtende, jedoch we- nig konventionelle sekundäre Abbundmanier zeigt die Nordwestfassade; deren Blockbauteil wird in der Firstachse durch einen über beide Wohnge- schosse reichenden Mittelstud Nr. 20 getrennt (Abb. 10 und 16). Der Stud ist mit 1831/32 (?) den- drodatiert, die Ursache dieser Gefügekorrektur bleibt uns unklar. Die Südwestwand des Block- baues weist im Erdgeschoss die Haustür und gleich darüberliegend im Obergeschoss eine Tür zur Lau- be auf (Abb. 13). In eigenartiger Weise reichen nun die Türpfosten gleich über beide Stockwerke hoch, der eine ist als Nr. 50 mit 1827/28 dendrodatiert. Es handelt sich hier also um eine eingreifende Reparatur aus dem 19. Jh., ähnlich dem oben be- schriebenen Mittelstud Nr. 20. 
DER SUDWESTLICHE LAURENANRAU zeigt eindrücklich, wie früher Wohnhäuser vor Kli- ma- und Wettereinflüssen geschützt worden sind (Abb. 17). Die Laube ist als verbretterte Ständer- konstruktion dem Blockbau beigestellt und mit des- sen Gwettköpfen verhängt - und jederzeit aus- wechselbar! Die heutige Laube mag aus der Bau- etappe III von 1793/94 stammen, hat aber im 19. Jh. Erneuerungen erfahren: Der Firsträhm wird als Nr. 61 mit 1831/32 (?) dendrodatiert, er steht mit dem westlichen Eckständer durch zwei angeblattete Kopfbänder in konstruktiver Verbin- dung (Abb. 18) und trägt südseits analoge Blattsas- sen3, die dortigen Kopfbänder fehlen jedoch, und der südliche Eckständer scheint jünger; die beiden den Hauseingang flankierenden Laubenständer Nr. 62 und 63 zeigen ein Fälljahr 1892. Wie am Blockbau vorkragende Gwettköpfe mit Ver- satz bezeugen, rechnet das Wohnhaus schon zu seiner Ersterstellung 1518 mit einer beigestellten Laube (Abb. 19). 3) Die angeblatteten Kopfbänder zum mit 1892 dendrodatierten Lau- benrähm gelten für diese Zeit als antiquiert und widerspiegeln wohl einen analogen älteren Abbund. 62
        

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