veau des Wohnhaus-Erdgeschosses liegt heute um drei Stufen unter den Haustürschwellen. Die Be- wohnerin, Frau Elfriede Ospelt, weiss von ihren Ahnen, wie die heute ebenerdige Haustürschwellen einst über dreistufigen Treppen gelegen hätten; das würde bedeuten, das Niveau des heutigen Hofes läge etwa 1 m höher als nach Errichtung des Kern- baues! Diese These ist zwar archäologisch hier nicht nachgewiesen, doch zeigt das Umgelände, wie das heutige Strassenniveau um über 1 m höher liegt als die angrenzenden Weingärten. Eine Erklä- rung fällt nicht schwer. Erst im 19. Jh. ist die nahe- liegende Mühleholz-Rüfe gebändigt worden, bis da- hin hat sie immer wieder ihren Schutt in die Sied- lungen Vaduz-Oberdorf und auch nach Schaan21 geschoben. Da haben die Wingertmauern die Funktion von Kanälen übernommen und die Wein- berge schützend den Rüfeschutt auf den Gassen zu- rückbehalten; dort konnte dieser nach Ausebnung gleich als Strassenbelag dienen. So haben sich die Niveaus von Strassen und Höfen im Laufe der Jahr- hunderte beträchtlich angehoben. 
DIE DENDROCHRONOLOGISCHE UNTERSUCHUNG Zur dendrochronologischen Fälldatenbestimmung an Bauhölzern ist uns das aktuelle Objekt wohlge- sinnt, denn die diversen Holzbauteile sind kon- struktiv und materiell gut vertreten. Von insgesamt 33 gefassten Proben erbringen 25 ein Ergebnis.22 So können von 6 ausgewählten Bauetappen deren 4 datiert werden. Ergebnislos geblieben sind na- mentlich die beiden Proben Nr. 31 und 32, zwei kleine Schindelreste der Gewölbeschalung des Kel- lerraumes R. 04 zur Wohnhaus-Erweiterung. Die chronologischen Verhältnisse in diesem Bauteil wie auch die Herkunft der beiden Holzreste ist uns noch derart diffus, dass positive Ergebnisse dieser beiden Proben kaum fixe Baudaten ergeben hätten. Die Proben Nr. 51 bis 53 aus der südwestlichen Stallwand Hintergasse 35 sind ebenfalls ergebnis- los geblieben, möglicherweise weil die dortigen Hölzer zweitverwendet sind. Von den 33 Proben entstammen 4 der Tanne (Weisstanne), 29 der Fichte (Rottanne). Eine ab- sichtliche Wahl der Holzart und deren Anwendung hat offensichtlich nicht stattgefunden; verwendet worden ist, was im Walde angefallen ist. 21) Albertin, Peter: Schaan, Landstrasse 71-73-75, Baugeschichtli- che Voruntersuchung 1987; unser Untersuchungsbericht vom Okto- ber 1987 bei der Gemeindeverwaltung Schaan und: Vaduz, Herren- gasse 35, Die Baugeschichte des Hotel Löwen, 1987; Publikations- manuskript zur Wiedereröffnung des Hotels 1989, bei der Denkmal- schutz-Kommission der Fürstlichen Regierung 22) vgl. Anm. 3, Probenentnahmen und Auswertung durch Christian Orcel und Hans-Peter Hurni Abkürzungen zu Tafel Seite 41: NE = Nordost NW = Nordwest S = Süd SE = Südost SW = Südwest W = West HeAVi = Herbst / Winter 40
        

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