men in den Landtag gewählt wurde, erzielte Dr. Wilhelm Schlegel nur 54 Stimmen und stand damit an letzter Stelle. Es reichte ihm wohl noch zu ei- nem Mandat, doch er lehnte die Wahl ab. Sein Nachfolger als Landtagspräsident wurde für die nächste Mandatsperiode Dr. Albert Schädler aus Vaduz. Doch diese vier Jahre ohne Mandat bedeu- teten für Dr. Schlegel noch keineswegs den Rück- zug aus der Politik. Zwar erreichte er im Jahre 1886 nicht mehr die nötige Stimmenzahl; dafür aber befand er sich unter den drei vom Fürsten er- nannten Abgeordneten. Dr. Albert Schädler war zwar mit der zweithöchsten Stimmenzahl aus den Wahlen hervorgegangen, lehnte aber die Wahl ab. So wurde dann Dr. Schlegel in der konstituierenden Sitzung vom 29. Mai 1886, nachdem im ersten und zweiten Wahlgang kein absolutes Mehr erzielt werden konnte, im dritten Wahlgang mit 8 von 14 Stimmen zum Präsidenten des Landtages ge- wählt. Während seiner Präsidentschaft von 1886 bis 1890 standen keine Geschäfte an, welche An- lass zu grösseren Debatten boten. Im Sommer 1886 wurde das grenzärztliche Abkommen mit der Schweiz ratifiziert, welches schon 1885 vom Land- tag genehmigt worden war. Es regelte die beider- seitige Zulassung der an den Grenzen wohnenden Ärzte, Hebammen und Tierärzte, bestätigte damit jedoch nur die bis dahin üblichen diesbezüglichen Gepflogenheiten. In der Session vom Jahre 1887 beschloss der Landtag eine Reform der Gewerbe- und Industriesteuer. Im kommenden Jahr erfolgte die Erneuerung des Zollvertrages mit Österreich sowie der Abschluss eines neuen Handelsvertrages mit der Schweiz. Wie schon oben147 erwähnt, wurde 1889 dem Lan- desphysikus ein jährliches Wartegeld von 500 fl be- willigt, womit die Verpflichtung zur kostenlosen Be- handlung kranker Armer verbunden war. DIE LETZTEN ZEHN JAHRE Nach den Landtagswahlen vom April 1890 wurde Dr. Wilhelm Schlegel als Landtagspräsident endgül- tig abgelöst. Sein Nachfolger wurde wiederum ein
        

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