Zum Bild auf dem Ein- band: Die Balken der Südwest- wand in der Kleinen Kam- mer des Wohnhauses Nr. 12 in Schellenberg sind mit auffallenden römi- schen Ziffern versehen. Es handelt sich dabei um Nu- merierungen aller Bauteile dieses reinen Holzbaues, die beim jeweiligen Wie- deraufbau des Wohnhau- ses, das in seiner fünfhun- dertjährigen Geschichte mehrmals versetzt worden ist, als Orientierungshilfe dienten. Es gilt als gesi- chert, dass dieses Gebäude in den Jahren 1687 und 1793/94 abgebaut und dann anderswo wieder aufgerichtet worden ist. 
In früherer Zeit galt das Haus Nr. 12 als Fahrhabe. Dies bedeutet, dass hölzer- ne Wohnhäuser im allge- meinen von ehemaligen Pächtern (Schublehenneh- mer) im Mittelalter und noch bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bei Wegzug abgetragen, mit- geführt und an einem neuen Standort wiederauf- gebaut wurden. Das Haus Biedermann kann als ältestes, bis heute beinahe unverändertes Wohnhaus Liechtensteins bezeichnet werden, dessen Entstehung aufgrund der Holzprobenuntersuchun- gen auf das Jahr 1518 festzulegen ist. Die Tatsa- che, dass die originale spätmittelalterliche Bau- und Raumstruktur erhal- ten geblieben ist, darf als einmalig in der weiteren Region bezeichnet werden. Das Land Liechtenstein und die Gemeinde Schel- lenberg wollen dieses einzigartige Zeugnis der Baugeschichte, ein natio- nales Denkmal, für die Zukunft retten und si- chern. Das Haus Nr. 12 soll vom jetzigen Standort im vorderen Schellenberg auf eine gemeindeeigene Parzelle in der Dorfmitte transloziert werden und als Wohnmuseum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. 
Vorsatz: Tuffsteinernes Türgewän- de von 1494, Hofstätte Hintergasse 35-37 in Vaduz 
Zum Bild auf Seite V: Das «Rote Haus» mit Tor- kel und den umgebenden Häusern. Bleistiftzeichnung mit Farbstift. 20,0 x 20,6 cm Signiert rechts unten «Rhbger» (Rheinberger) Hauptmann Peter Rhein- berger (1831-1893), Lan- destechniker, fertigte diese Zeichnung um 1868/69 an, nachdem das «Rote Haus» von der 1867 verstorbenen Theresia Rheinberger in seinen Besitz übergegan- gen war. Die Zeichnung war bestimmt für seine Schwägerin Fanny Rhein- berger, die Gattin des Komponisten Josef Gabriel Rheinberger, in München. Von den auf der Zeichnung dargestellten, um das «Rote Haus» und den da- zugehörigen Torkel grup- pierten Häusern bestehen heute noch: ganz links die Hausnummern 35-37 an der Hintergasse; darüber das Haus Nr. 98-100 an der Fürst-Franz-Josef- Strasse; im Hintergrund das «Laternserhaus», Fürst-Franz- Josef-Strasse Nr. 99, und ganz rechts hinter dem Torkel das Haus Nr. 1 zum St. Johan- ner. Das etwa in der Mitte des St. Johanner-Weinberges, an der Besitzgrenze aufge- stellte Kreuz steht heute noch (erneuert). IV
        

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