DR. MED. WILHELM SCHLEGEL - ARZT UND POLITIKER RUDOLF RHEINBERGER Gruppenbild um 1880. Die Oberländer Mitglieder des «Landtagsbüros» von links nach rechts: Landestechniker Hptm. Peter Rheinberger (1831- 1893), Sekretär; Landes- tierarzt Christoph Wanger (1817-1902), Vicepräsi- dent; Landesphysikus Dr. Wilhelm Schlegel (1828-1900), Präsident tischen Geschehen des Landes beleuchtet werden, in denen Schlegels Verhalten eine besondere Be- deutung zukommt. Schlegel hatte kein politisches Programm, wie es etwa sein Vorgänger Dr. Karl Schädler gehabt hatte. Seine Entscheide entspran- gen mehr der Situation des Augenblicks und waren oft von populistischen Erwägungen getragen. Da- bei operierte er nicht immer glücklich und erfolg- reich. Eine erste persönliche Niederlage musste er schon im Jahre 1872 bei der Behandlung des Entwurfes zu einem neuen Sanitätsgesetz hinnehmen.101 Schlegel hatte zum vorhinein erklärt, dass er das Amt des Landesphysikus, das ihm aufgrund des Anciennitätsprinzips auch zustand, anstrebe. Aber schon in der vorberatenden Kommission konnte man sich nicht zu einer Empfehlung an das Land- tagsplenum einigen. Es gab eine starke Gruppe, die 
die Abschaffung des Physikats forderte. Als Be- gründung wurde vorgebracht, dass es zu teuer sei102 und dass die Physikatsaufgaben ebensogut 92) LLA Landtagsakten, Prot, der Sitzung v. 6. Juli 1889 93) LVolksblatt, 8. Nov. 1889, Nr. 45 94) LVolksblatt, 2. Juni 1899, Nr. 22 95) Schädler, Albert: Landtag. In: JBL 1, S. 150 96) LLA Landtagsakten, Prot, vom 18. Mai 1868 97) Ebenda 98) Siehe auch Liecht. Ärzte, JBL 89, S. 77 99) LLA Landtagsakten, Protokoll, v. 30. Mai 1871 100) Vogt. Paul: 125 Jahre Landtag, und LLA Landtagsakten 101) Siehe a. S. 182 ff. 102) Für den Landesphysikus war eine jährliche Pauschale von 500 fi als Entschädigung vorgesehen. 185
        

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