DR. MED. WILHELM SCHLEGEL - ARZT UND POLITIKER RUDOLF RHEINBERGER heim Karl (1867-1940) und eine Tochter Rosa (1876-1943) hervor.5'' Wilhelm Karl studierte in München Zahnmedizin und Hess sich nach Ab- schluss des Studiums zunächst in Vaduz als Zahn- arzt nieder. Doch schon nach wenigen Jahren be- gab er sich zur Weiterbildung nach Nordamerika, da dort die zahnärztliche Kunst gegenüber Europa weit voraus war. Ende des Jahres 1896 kehrte er mit dem Titel eines «Doctor of Dental Surgery» aus den Staaten zurück und Hess sich dann in München nieder.''" Die Tochter Rosa (1876-1943) heiratete den Regie- rungssekretär Josef Hartmann in Vaduz und nach dessen frühem Tod den Kunstmaler Friedrich Kaufmann aus Schaan.51 Frau Rosa Schlegel scheint schon früh an gesund- heitlichen Störungen gelitten zu haben. Öfters ist davon die Rede, dass sie sich zur Kur in Bad Ragaz, Pfäfers oder Bad Röthis aufhielt. In einem Brief62 heisst es: «Frau Dr. Schlegel bekam am Fackel- sonntag gerade beim Beginn des Hochamtes den Anfall . . .». Frau Schlegel starb am 9. März 1899 im Alter von 61 Jahren. Dr. Wilhelm Schlegel hatte über 20 Jahre in Vaduz in Miete gewohnt. Um die Mitte der Siebzigerjahre kam dann bei ihm der Wunsch auf, etwas Eigenes zu besitzen und zu bewohnen. Als daher das An- wesen zur «Linde»63 in Vaduz mit einem Um- schwung von gegen 2000 Klaftern zur Versteige- rung kam, war Dr. Schlegel bei den Mitbietern. Bei 10 000 Gulden hörte er auf zu steigern, weil es ihm zu teuer scheinen wollte. Nachträglich aber be- reute er es, nicht höher gegangen zu sein.64 Bald darauf aber entschloss er sich, selbst zu bauen. Es ging lange, bis er einen Bauplatz fand, der ihm in jeder Beziehung zusagte. «Dr. Schlegel baut sich nun ein schönes Landhaus in der Mitte unterhalb des Bockweingartens. Entwurf von Banko.65 Es wird ihn samt Bauplatz auf 20 bis 24 000 Mark zu stehen kommen».66 Im Winter 1878/79 wurde mit den Aushubarbeiten begonnen und im Mai 1879 war schon das Kellergeschoss aufgemauert. Doch Schlegel war in Bauangelegenheiten völlig unerfah- ren. Das zeigte sich jetzt, denn er hatte zu bauen angefangen, ohne Ausführungspläne für den obe-ren 
Teil des Hauses zu haben.67 Architekt Banko hatte ihm nur Skizzen für die Aussenansicht und den Grundriss gemacht, und ein Weiterbauen ohne genaue Ausführungspläne hätte nur eine Pfuschar- beit ergeben. Banko aber weilte zu dieser Zeit gar nicht mehr im Lande. In seiner höchsten Not wandte sich Schlegel an seinen Freund Landes- techniker Peter Rheinberger, doch dieser wollte die undankbare Aufgabe auch nicht übernehmen und vermittelte ihm deshalb zur weiteren Planung ei- 46) David Rheinberger an Fanny Rheinberger, Brief v. 29. 5. 1878, RhAV 47) Architekt Ignaz Banko war der Schwiegersohn von Mausens. 48) David Rheinberger an Fanny Rheinberger, Brief v. 28. 8. 1882, RhAV Mappe 7 49) Regierungssekretär David Rheinberger 50) Hauptmann Peter Rheinberger 51) Hermine Rheinberger an Fanny Rheinberger, Brief v. 27. 9. 1884, RhAV Mappe VI 52) Amalie Rheinberger nach München, Brief v. 15. 12. 1872, RhAV Mappe IX/2 53) Siehe auch S. 186-191 54) Amalie Rheinberger nach München. Brief v. 15. 12. 1872, RhAV IX/2 55) Maria Rheinberger-Schädler (1883-1988). Vaduz 56) RhAV, zeitgen. Photographien (siehe Abb. S. 182) 57) Hermine Rheinberger an Fanny Rheinberger, Brief v. 8. 3. 1885, RhAV 58) Bucher: Familienchronik, Bd. 7, Rosa Gohm, geb. 11. 5. 1838 59) Ebenda 60) LVolksblatt. 18. Dez. 1896, Nr. 51 61) Bucher: Familienchronik, Bd. 7, S. 113 62) Hermine Rheinberger an Jos. und F. Rheinberger, Brief v. März 1893, RhAV 63) Heute Haus Dr. Peter Marxor, Heiligkreuz, Vaduz 64) David Rheinberger. Brief v. 31. Aug. 1875, RhAV, Mappe VII 65) Ignaz Banko (17. t. 1844 - 10. 3. 1897), Architekt, Schüler d. Dombaumeisters Friedrich von Schmidt. Leiter d. Vaduzer Kirchen- baues 1869-1873. Schuf die Pläne zur Restaurierung der Stadtpfarr- kirche St. Nikolaus in Feldkirch 1872. Wurde i. J. 1881 Bürger von Vaduz. 66) Peter Rheinberger an Fanny Rheinberger, Brief v. 26. 9. 1878, RhAV IX/1 67) Peter Rheinberger an Fanny Rheinberger, Brief v. 8. 5. 1879, RhAV IX/1 179
        

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