BRENNTEMPERATUREN OFENATMOSPHÄRE Von 49 ausgewählten Proben des Areals Foser wurden die Pulver geröntgt. Die Resultate sind in Tab. 11 zusammengefasst. Wie die genaue Betrach- tung dieser Tabelle zeigt, sind die meisten gneisge- magerten Proben in der Assoziation l a), die karbo- nathaltigen Bündnerschiefer in der Assoziation lc) und die serpentinitgemagerten Stücke in der Asso- ziation le) zu finden. Wie können nun diese Assoziationen bezüglich der antiken Brenntemperatur interpretiert werden? Die graue Scherbenfarbe und der hohe FeO-Gehalt weist für die meisten Proben auf generell reduzie- rende Brennbedingungen. Für die Temperaturbe- stimmung müssen daher die Ergebnisse von Letsch & Noll (1983) herangezogen werden. Nach diesen Autoren ist Illit bis ca. 800 °C stabil, womit eine obere Temperaturgrenze für die Assoziation 1 ge- geben wäre. Dafür spricht auch das Vorhandensein von primärem Calcit in der Assoziation lc); diese Phase dissoziiert bei reduzierenden Bedingungen um ca. 800 °C. Die untere Temperatur ist durch den Nachweis von Forsterit gegeben, der sich ab 600 °C bildet (Waeber, 1981) und das Vorhanden- sein von Chlorit bzw. dessen Abwesenheit in der untersuchten Keramik; Chlorit verschwindet im prograden Brand bei ca. 600 °C. Die Kalibrierung der Assoziationen 2 a)-d) basiert auf demselben Vorgehen und greift auf die Präsenz bzw. Fehlen von Illit, Gehlenit und einer Spinellphase zurück. Eine Zusammenfassung der postulierten Tempera- turen ist in Abb. 11 gegeben. Aus dieser geht klar hervor, dass die Mehrzahl der Proben im Tempera- turbereich von 600-800 °C gebrannt worden sind. 
Wie schon ausgeführt, kann aus der grauen Scher- benfarbe auf reduzierende Brennbedingungen ge- schlossen werden. Die genaue Analyse des sog. Re- duktionsfaktors (= FeO / FeO t) zeigt, dass es keine grossen Unterschiede zwischen den Haupt-Mage- rungstypen gibt und dass die Mehrzahl der Proben einem relativ starken Reduktionsfeuer ausgesetzt waren (Abb. 12). Die Streuung der Daten lässt aber auch eine Interpretation zu, dass die Töpfer die Brennatmosphäre nicht gezielt eingestellt bzw. streng kontrolliert haben. Assoziation 1 ! - a) Illit (001, 002, 020) + Plagioklas + Kalifeldspat + 1 Quarz , • - j FL 2, 5, 9, 14, 15, 43, 44, 52, 60, 68, 70, 85, 99, 103, ! 105, 109,112, 115, 116, 119, 120, 123 , '.' j b) IUit (001, 002, 020) + Plagioklas + Kalifeldspat + j Quarz + Amphibol • * ; FL 47, 49, 93, 127 ." • ' ... j I '•'„•.• I Lc) Illit (001, 002, 020) + Plagioklas + Kalifeldspat + i 1 Quarz + Calcit . i • 'FL 6a, 10, 19,45 .' v •/.: . j - d) Illit (001, 002, 020) + Plagioklas + Quarz j : FL 94' . •" . . ' 
;* ! ; e) Illit (001, 002, 020) ± Plagioklas + Quarz ± Pyro- j > \ . xen + Forsterit ; FL 7, 8, 12, 25, 48, 56, 58, 69, 82, 91, 96, 111, 125 ; Assoziation 2 ' ' , a) Illit (020) + Plagioklas ± Kalifeldspat + Quarz Fl. 95 ' , •b) Plagioklas + Kalifeldspat:+ Quarz + Gehlenit ±-,.' Calcit . ' " ; 
; " '.-FL 
67.-.' •'• ' ';- V i' c) Plagioklas: + Quarz ; 
» i FL 
97'. \ ." ' ; 
- 
. I ;'• 
:: !; d) ± Plagioklas + Quarz + Pyroxen + Forsterit Fl. 23, 107 . v •» 
• 'i ' ; :.';', 
Tabelle 11: Röntgenographisch ermit- telte Phasenassoziationen 140
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.