LIECHTENSTEINISCHE KERAMIKFUNDE DER EISENZEIT ANALYSE / NUNGÄSSER / MAGGETTI / GALETTI in FL 76 ist der ursprüngliche Karbonat-Gehalt in den wenigen BüS-Körnern nicht bestimmbar. In FL 104 ist der glasige Zustand der Matrix durch starke Feinmagerung, worunter hoher Gl- und Kar- bonat-Gehalt, stellenweise verschleiert. Die Cc- Körner und Mikrit-Aggregate erreichen 1,2 mm. Die BüS-Körner enthalten z.T. noch Cc im Über- gang zu Mikrit. Der serpentinitgemagerte FL 3 besitzt in der kon- vexen, rötlichen Oxidations-Randzone, eingebettet in die Tonminerale der Matrix, zwei Mikrit-Körner (max. 1,2 mm), wovon das dem Schliffende nächste in seinem Zentrum die Pflasterstruktur der ehema- ligen Cc-Kristalle erkennen lässt (ähnlich FL 37). Der übrige, zum Gefässinneren liegende Matrix- Anteil ist erkennbar isotropisiert, wenn dies auch durch den beträchtlichen Feinglimmer-Gehalt ver- schleiert wird. In der einheitlich isotropisierten Matrix von FL 32 ist der erkennbare Karbonat-Bestand mikritisch. Im Schneller-Scherben FL 192 überdeckt starke Feinmagerung mit viel Glimmer das Bild der isotro- pisierten Matrix. Cc-Kristalle kennzeichnen die BüS-Magerungskörner. Die Matrix enthält auch freie Cc-Körner, im Kontrast mit mikritischem Ma- terial, dessen Fragmente bis 1,7 mm Länge aufwei- sen. Wenn wir die Isotropisierung der ehemaligen Ton- matrix als Ergebnis von Brenn-Temperaturen um ca. 1000 °C anzusehen haben (cf eigene Brennver- suche an unseren Tonproben), dann sind die ge- nannten Beobachtungen des recht unterschiedli- chen Erhaltungszustandes von Karbonatfragmen- ten bzw. -komponenten von Magerungskörnern als Beispiele für ein komplexes Verhalten des CaC03 während des. Brennvorganges zu werten. Die Prasinit-Magerung (Pras) Von den fünf Scherben dieser Gruppe sind FL 97, 122 und 146 monoton und FL 94 und 183 komplex gemagert. Prasinit-Fragmente finden sich auch im Magerungs-Spektrum von FL 38, 44, 47, 68, 84, 85, 93, 95, 181, 188 und 189. Im Scherben haben 
die Magerungskörner maximale Grössen bis 2,8 mm und zeigen das unauffällige Weissgrau der sili- katischen Magerung. Im Schliff aber sind die meist gerundeten Körner unverwechselbar: graue Inter- ferenzfarben, parallele Spaltrisse, oft scharfe, gera- de und z.T. mehrfache Zwillingsgrenzen, wobei die entsprechende Auslöschung der Individuen fast nie undulös erfolgt, kennzeichnen dieses Mineral als den Na-Feldspat Albit (Taf. 21a). Die Albit-Körner enthalten häufig prismatische bis nadelige Kriställchen einer hellen bis blassgrünen Hornblende, die vereinzelt, in Gruppen, garbenar- tig oder als wirrer Filz auftreten können. Dazu oder anstelle der Llornblende beobachtet man körnigris- sige Aggregate mit kräftigen Konturen, farblos bis blass gelbgrün, mit bunten Interferenz-Farben, bei denen ein anomales Blaugrau auffällt. Es handelt sich um Minerale der Epidot-Gruppe, Zoisit und Klinozoisit. Vereinzelte, noch höher lichtbrechen- de, bräunliche Körner sind als Titanit zu identifi- zieren. In Begleitung dieser mineral-gespickten Al- bit-Körner, aber auch vereinzelt in der Matrix, fin- den sich oliv-bis dunkelbraune Klumpen mit z.T. noch erkennbarer, faserig-blättriger Struktur. Diese und gelegentlich noch feststellbares, gerades Aus- löschen bestätigen, dass es sich um Schicht-Mine- rale, wie Glimmer und Chlorit handeln muss, die durch Verwitterungsvorgänge in Llydro-Glimmer überführt sind.3 Die genannten drei monoton gemagerten Scherben unterscheiden sich in den Mineral-Einschlüssen ih- rer Albit-Magerungskörner: 2) Die in den Alpen weit verbreitete, sehr komplexe mesozoische Sedimentserie der Bündnerschiefer ist (vereinfacht) zu beschreiben als folge von Tonschiefern, Kalkschiefern und Quarziten mit allen Übergangen dieser Gesteine, mit Sandkalken, Sandsteinen usw. (CADISCH 1953). Im Einzugsgebiet des Alpenrheins werden Bünd- nerschiefer der Sediment-Hülle des Gotthard-Massivs von den süd- lich angrenzenden, penninischen Bündnerschiefern unterschieden, deren Heterogenität durch tektonische Vorgänge zusätzlich erhöht wurde. Die stellenweise damit verbundenen Motumorphose-Wirkun- gen tragen ihrerseits zur Komplizicrung des Erscheinungsbildes bei 3) Die Prasinite des penninischen Raumes sind ehemalige, basische Vulkanite submarinen Ursprungs, metamorph verändert und durch ihren Chlorit-Gehalt als Grüngesteine/Grünschiefor mit den genann- ten Mineral-Bildungen, speziell des Albits, sehr typisch. 133
        

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