In den Säulenprofilen präsentiert sich die monoto- ne Gruppe. Hier sind Scherben mit fetter Matrix re- lativ schwach gemagert (FL 17, 125, 34, 23, 63, 106), während (stets nach unserem Schema) als sandig einzustufende Tone bis doppelt so stark ge- magert sein können, z.B. FL 40, 111, 22, 124, 141, 107, 8, 21. Bei den Vergleichs-Proben vom Schneller ist FL 194 mit fettem Ton und recht starker Magerung auffäl- lig. Die komplexen Scherben sind durch ihre Mage- rungsspektren unterscheidbar: Zur Hauptmagerung Serpentinit kommen (immer als FL-Nr.) a. Gg + Gf 58, 59, 117, 118, 140 (+ Amph), 138 b. Gf + Sdst + Amph 136 c. Amph + BüS 3 d. Amph 48, 27, 26, 82 (+ TonS) e. TonS 131, 137 (+ Amph), 130, 61 (+ Gg) f. Sdst 7, 113, 139 (+ Gf) hierzu gehören die Scherben vom Schneller a. Gg 169, 196 b. Gf171,197 Die Bündnerschiefer-Magerung (BüS) Dieser Gruppe gehören 15 Proben (7,8 %) der un- tersuchten Scherben an. Von blossem Auge können Gneis- und Bündnerschiefermagerung im Scherben nicht unterschieden werden. Auch im Dünnschliff- bild besteht Ähnlichkeit: der Anteil des Quarzes ist hoch, feinschuppiger Glimmer kann häufig wer- den, Feldspäte dagegen treten zurück. Die grösse- ren Quarzkörner (ca. «2-3 mm) löschen stets un- dulös aus und sind verzahnt mit Feldern oder Ne- stern von wesentlich feinerem Pflasterquarz (bis ca. 10 |x), in dem die feinen Glimmer eingestreut erscheinen. Die Ansprache dieser Fragmente als Bündnerschie- fer gründet sich insbesondere auf die Anwesenheit von Karbonat, im wesentlichen als Calcit, in Kör- nern, Grüppchen und Nestern, die regellos zwi- schen den genannten Strukturen auftreten.2 
Die BüS-Körner (Qu-Gl-Fs-Cc) treten oft in Gesell- schaft von freiem Calcit auf, der durch Relief, Zwil- lings-Lamellen und irisierende IF zu erkennen ist (Taf. 20d). Die äusserst feinkörnige Karbonat-Aus- bildung ist der Mikrit, der in kleinen Grüppchen winziger Kriställchen (« 2 (x) und deren Aggrega- ten bis in den Millimeterbereich auftreten kann. Das ehemalige Kalk-Sediment Mikrit als Mage- rungs-Komponente, aber ebenso die aus Cc-Kri- stallen bei höheren Brenn-Temperaturen sich bil- denden, feinstkörnigen Häufchen und Aggregate werden hier als «Mikrit» bezeichnet, da in den meisten Fällen ihre Flerkunft unklar bleibt. Die überwiegende Zahl der verschiedenen Mage- rungskörner ist gerundet; ihr Durchmesser kann 2,5 mm erreichen. In der monotonen BüS-Gruppe sind Scherben mit isotropisierter Matrix bemerkenswert. So enthält FL 28b Matrixpartien im Übergang von der Tonmi- neral-Textur zum «glasigen» mikroskopischen Aspekt (Filter +) der gesinterten (isotropisierten) Bereiche. BüS-Körner enthalten Cc, z.T. im Über- gang in Mikrit. Freie Cc-Körner sind randlich ± in Mikrit übergegangen, Mikritaggregate (bis 1,5 mm Grösse) sind häufig. In FL 37 ist die gesamte Matrix isotropisiert. Einige Karbonatkörner (bis 1,2 mm) enthalten Cc im zen- tralen Bereich, die Peripherie ist sehr feinkörnig. Das Karbonat der BüS-Fragmente ist mikritisch. In der komplexen BüS-Gruppe zeigt FL 76 eine ge- sinterte Matrix. Zahlreiche kleine und kleinste Hohlräume sind karbonatgefüllt, auch Risse in BüS-Körnern. Dieser Scherben enthält Sekundär-Calcit, entstan- den während der Bodenlagerung. Karbonat-Reste an Poren- und Risswänden zeugen von Aus- schwemmung der Substanz bei der Dünnschliffher- stellung. Es dominiert der Mikrit, Cc ist sehr selten. FL 53 ist ein Musterfall solcher Cc-Aufnahme während der Bodenlagerung: die vorgenannten Phänomene sind noch auffälliger, die Neubildung des Karbonates hat den Oxidations-Saum des Scherbens bevorzugt (Taf. 21d). Zugleich tragen dort die ebenfalls bunten IF von Glimmer-Minera- len zur Tarnung der isotropisierten Matrix bei. Wie 132
        

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