LIECHTENSTEINISCHE KERAMIKFUNDE DER EISENZEIT ANALYSE / NUNGÄSSER / MAGGETTI / GALETTI Die Ergebnisse unserer qualitativen, mikroskopi- schen Analyse enthält eine zusammenfassende Darstellung in Abb. 6. Im Süden Liechtensteins, am Runden Büchel bei Balzers, aber auch am Schneller / Eschner Berg im Norden, dominiert die Gneis-Magerung (56,8 %). Serpentin-Gestein wird noch häufig ver- wendet (26,1 %), jedoch Bündnerschiefer, natür- liche Magerung, Prasinit, Amphibolit und Tonschie- fer sind demgegenüber mengenmässig zurück- tretend (Tab. 5). Durch die quantitative mikroskopische Analyse wird, über die Bestimmung des Flächenanteiles der Magerungskörner jeder Gesteinsart im Dünnschliff, die Magerungs-Intensität des Scherbens (in Vol. %) interpretiert. Eine zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse gibt Abb. 7. Die Gneis-Magerung Auf Scherben-Bruchflächen heben sich die weiss- grauen bis weissen Körner deutlich von der Scher- ben-Matrix ab; sie können aber mit Fragmenten gewisser anderer Gesteinsarten verwechselt wer- den. Die mikroskopische Analyse gestattet eine ver- lässliche Zuordnung: über die Hälfte (56,8 %) aller untersuchten Scherben sind mit Gneis-Fragmenten gemagert. Hauptbestandteile dieses metamorphen Gesteins sind die Minerale Feldspat (Fs), Quarz (Qu) und Glimmer (Gl). Wir unterscheiden im folgenden die Gruppen «Gneis grob» (Gg) und «Gneis fein» (Gf) nach der mittleren Korngrösse ihrer Fs- und Qu-Komponen- ten. In den Gg-gemagerten Scherben sind Einzel- Fs-Körner bis ca. 2,3 mm Grösse zu beobachten, - Qu-Körner bis ca. 1,5 mm. Gesteins-Fragmente er- reichen 4,8 mm Durchmesser. Die Gruppe Gf hebt sich heraus durch z.T. sehr feine Qu-Pflaster ab Korngrössen im Silt-Bereich. Sie sind häufig von feinen Gl-Schuppen durchsetzt. Die Fs sind dage- gen meist grösser (Taf. 20 a, b). Sowohl die Varietäten des Kalifeldspates (Ortho- klas, Mikroklin) wie auch die Plagioklase (Na-CaFs) 
zeigen unter dem Mikroskop weisse bis graue In- terferenzfarben (IF). Beide Fs können sehr feine, schuppige Einschlüsse von Glimmer und ähnlichen Mineralen (Sericit) enthalten, die den Wirt völlig zu «tarnen» vermögen. Zonarbau der Kristalle ist häufig beim Plagioklas. Zwillingskristalle finden sich bei beiden Fs (Karlsbad-Gesetz). Typisch für Orthoklas sind Entmischungs-Phänomene in Form paralleler, spindelförmiger Bereiche verschiedener Grösse, die durch andere Dunkelstellung der Inter- ferenz-Phänomene erkennbar werden (Perthit). Durchkreuzen sich solche Bereiche in längeren, ko- nisch zulaufenden Streifen, handelt es sich um Mi- kroklin (Taf. 20a) obere Hälfte, rechts). Die meisten Plagioklase verraten sich durch die ab- wechselnd auslöschenden Streifenmuster der poly- synthetischen Zwillingsstöcke (Albit-Gesetz), oft in- nerhalb der Karlsbad-Zwillingskristalle. Der Quarz, im Dünnschliff ebenso farblos wie die Fs, zeigt dort ebenfalls weisse bis graue Interfe- renz-Farben. Aber unregelmässige Risse (fehlende Spaltbarkeit) und La. «frisches» Aussehen (keine Sericit-Schüppchen) kennzeichnen ihn ebenso wie das sehr häufige, undulöse Auslöschen, eine Folge tektonischer Druckeinwirkung im Gesteinsver- band. Die streng parallel «geschichteten» Pakete bis langgestreckten «Riemen» der Gl sind in erster Näherung als Muskovit (Hellglimmer) oder Biotit (meist braun, Fe-haltig) anzusprechen. Von der Grössenordnung der Tonminerale ab, als feinschuppiger Sericit in den Fs und als Aggregate und Zöpfe in den Gf-Fragmenten, treten die Gl in allen Grössen bis ca. 3 mm (bei vereinzelten, meist der Gg-Gruppe angehörigen Individuen) auf (Taf. 20a) und b), mit bunten IF). Auffallende Gl-Gehalte wurden bei mehreren Pro- ben beobachtet (Tab. 6). Die Glimmer sind auf geglätteten Scherbenober- flächen als kleine, glänzende Schuppen leicht er- kennbar; unter dem Mikroskop achtet man auf die streng parallelen Spaltrisse, das gerade Auslöschen und die lebhaften Interferenz-Farben. Der Anteil des Gl an der Magerung bleibt La. bescheiden. 127
        

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